Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht 2025 insgesamt positiv aus. Der Fonds erzielte mit +15,9 % je Anteil eine starke Jahresperformance. Auch über drei Jahre liegt die Wertentwicklung mit +36,1 % deutlich im Plus. Die Fünfjahresrendite von +15,6 % zeigt jedoch, dass die Entwicklung langfristig schwankungsanfällig war und Anleger Geduld sowie Risikobereitschaft mitbringen müssen.
Der Fonds ist als Feederfonds nahezu vollständig in den Masterfonds DWS Invest ESG Global Emerging Markets Equities MFC investiert. Dadurch hängt die tatsächliche Anlageentwicklung fast vollständig von diesem Masterfonds ab. Die Vermögensstruktur ist sehr konzentriert: 99,37 % des Fondsvermögens bestehen aus Investmentanteilen am Masterfonds, während nur ein kleiner Teil als Liquidität gehalten wird. Für Anleger bedeutet das eine klare Strategie, aber auch wenig Diversifikation auf Fondsebene.
Positiv hervorzuheben ist, dass Schwellenländer 2025 ein günstiges Marktumfeld hatten. Besonders China, Taiwan und Südkorea trugen zur Entwicklung bei. Taiwan und Südkorea profitierten stark vom Boom rund um Künstliche Intelligenz, insbesondere durch Halbleiter- und Speicherchip-Unternehmen. China erholte sich ebenfalls, vor allem in den Bereichen Technologie, Kommunikation und Gesundheit. Indien lieferte dagegen einen negativen Beitrag, unter anderem wegen hoher Bewertungen und schwächerer Dynamik in einigen Sektoren.
Die Risikoseite bleibt wesentlich. Der Fonds ist stark von geopolitischen Entwicklungen, US-Zollpolitik, China-USA-Spannungen, Währungsbewegungen und der Entwicklung asiatischer Technologiewerte abhängig. Auch der Russland-Ukraine-Krieg und Konflikte im Nahen Osten werden als Belastungsfaktoren genannt. Für konservative Anleger ist der Fonds daher nur eingeschränkt geeignet.
Ein kritischer Punkt sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,79 % p. a., was für einen Aktienfonds spürbar ist und die Nettorendite belastet. Zwar gab es keinen Ausgabeaufschlag, dennoch sollten Anleger prüfen, ob die erzielte Mehrrendite die laufenden Kosten rechtfertigt.
Beim Thema Nachhaltigkeit erfüllt der Fonds die Anforderungen eines Artikel-8-Produkts nach SFDR. Er bewirbt ökologische und soziale Merkmale, strebt aber keine nachhaltige Investition als Hauptziel an. Der Anteil nachhaltiger Investitionen lag bei 18,47 %, nach 13,26 % im Vorjahr. Positiv ist außerdem, dass keine Investitionen in umstrittene Waffen und keine Verstöße gegen UNGC-/OECD-Grundsätze ausgewiesen wurden. Gleichzeitig beträgt die EU-Taxonomiequote weiterhin 0 %, was Anleger mit strengem Nachhaltigkeitsfokus beachten sollten.
Insgesamt zeigt der Jahresbericht einen Fonds mit überzeugender kurzfristiger Wertentwicklung und klarer Ausrichtung auf wachstumsstarke Schwellenländer. Die Chancen liegen vor allem in Asien, Technologie, KI-nahen Geschäftsmodellen und strukturellem Wachstum. Dem stehen jedoch hohe Marktschwankungen, politische Risiken, China-Abhängigkeit und relativ hohe Kosten gegenüber. Für risikobewusste Anleger mit langfristigem Anlagehorizont kann der Fonds eine interessante Beimischung sein; als alleinige Kernanlage ist er wegen der Schwellenländer- und Technologiesensitivität weniger geeignet.