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Abaki Fixed Income Convexity: Spezialfonds mit interessanter Konvexitätsstrategie, aber klar erhöhtem Komplexitäts- und Derivaterisiko
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Abaki Fixed Income Convexity: Spezialfonds mit interessanter Konvexitätsstrategie, aber klar erhöhtem Komplexitäts- und Derivaterisiko

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der erste Jahresbericht des Abaki Fixed Income Convexity ein überzeugendes, aber anspruchsvolles Anlagekonzept. Der Fonds erzielte im Rumpfgeschäftsjahr 2025 eine positive Wertentwicklung von +3,55 % in Anteilklasse R und +3,75 % in Anteilklasse A. Das ist für den kurzen Zeitraum seit März 2025 solide, insbesondere da die Strategie nicht primär auf klassische Zinskupons, sondern auf die Vereinnahmung von Konvexitätsprämien ausgerichtet ist.

Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in sehr langlaufende Anleihen, insbesondere 100-jährige Anleihen des Landes Nordrhein-Westfalen und Österreichs. Mit 67 % ultralanglaufenden Anleihen wurde das strategische Ziel deutlich erfüllt. Diese Papiere besitzen eine hohe Zinssensitivität und positive Konvexität. Das bedeutet: Der Fonds soll besonders von stärkeren Zinsbewegungen beziehungsweise höherer Volatilität profitieren. Gleichzeitig wird das direkte Zinsänderungsrisiko über Eurex-Derivate, vor allem Short-Positionen in sehr langlaufenden Bund-Futures, abgesichert.

Positiv ist, dass das Fondsvermögen bereits auf 19,31 Mio. EUR angewachsen ist und im Berichtszeitraum deutliche Mittelzuflüsse von netto rund 18,95 Mio. EUR verzeichnet wurden. Das spricht für Anlegerinteresse an der Strategie. Auch das realisierte Ergebnis war stark: Die wesentlichen Gewinne stammten aus verkauften Futures, insgesamt wurden 861.965 EUR aus Veräußerungsgeschäften erzielt.

Kritisch zu sehen ist jedoch die hohe Komplexität. Der Fonds ist kein klassischer Rentenfonds, sondern eine Spezialstrategie mit Derivaten, Hedging und Residualrisiken. Das durch Derivate erzielte Exposure lag bei rund 55,13 Mio. EUR, während das Fondsvermögen nur 19,31 Mio. EUR betrug. Die durchschnittliche Hebelwirkung von 3,11 zeigt, dass Anleger die Strategie und ihre Risiken verstehen müssen. Zwar war der ausgewiesene potenzielle Marktrisikobetrag mit durchschnittlich 0,99 % moderat, dennoch können Fehlentwicklungen bei Zinsen, Spreads oder Absicherungsinstrumenten spürbare Auswirkungen haben.

Die Kosten sind ebenfalls relevant. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,86 % für Anteilklasse R und 1,41 % für Anteilklasse A, jeweils zuzüglich Transaktionskosten. Für einen Rentenfonds ist das nicht niedrig, für eine aktive Derivatestrategie aber erklärbar. Dennoch muss die Strategie dauerhaft genügend Mehrwert liefern, um diese Kosten zu rechtfertigen.

Die Bonitätsstruktur wirkt grundsätzlich defensiv, da der Fonds mindestens 51 % in Renten mit Rating von mindestens BBB investiert und viele Positionen von öffentlichen Emittenten oder hochwertigen Schuldnern stammen. Allerdings besteht eine hohe Konzentration auf sehr langlaufende NRW-Anleihen. Das reduziert die Streuung und erhöht die Abhängigkeit von einzelnen Emittenten, Laufzeiten und Marktsegmenten.

Aus Nachhaltigkeitssicht ist der Fonds konventionell einzuordnen. Er ist ein Artikel-6-Produkt nach Offenlegungsverordnung und bewirbt weder ökologische noch soziale Merkmale. Für Anleger mit ESG-Fokus ist das daher kein besonders passendes Produkt.

Fazit: Der Abaki Fixed Income Convexity ist ein innovativer, aber erklärungsbedürftiger Rentenfonds. Die bisherige Wertentwicklung ist positiv, die Strategie wurde konsequent umgesetzt, und die Mittelzuflüsse sprechen für Vertrauen. Für konservative Anleger, die einfache Rentenexponierung suchen, ist der Fonds jedoch nur bedingt geeignet. Interessant ist er vor allem für Anleger, die gezielt eine alternative Fixed-Income-Strategie mit Volatilitäts- und Konvexitätscharakter suchen und bereit sind, Derivate-, Modell-, Spread- und Liquiditätsrisiken zu akzeptieren.

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