Aus Anlegersicht fällt der Jahresbericht 2025 vor allem durch eines auf: Der Fonds befindet sich faktisch nicht mehr im normalen Investmentbetrieb. Das Fondsvermögen sank von 31,42 Mio. EUR Ende 2024 auf nur noch 5.221,75 EUR Ende 2025. Gleichzeitig waren nur noch 49 Anteile im Umlauf. Die Auflösung zum 30. April 2026 ist angekündigt.
Die ausgewiesene Jahresperformance von -1,31 % wirkt auf den ersten Blick moderat. Sie verdeckt jedoch die zwischenzeitlich deutlich schwierigere Entwicklung: Im ersten Halbjahr kam es laut Bericht zu einem Wertverlust von rund 12 %. Ursache waren ungewöhnliche Bewegungen an den G10-Devisenmärkten, bei denen mehrere Strategien gleichzeitig belastet wurden. Damit wurde der zentrale Anspruch des Fonds — Diversifikation durch verschiedene FX-Strategien — zeitweise nicht erfüllt.
Besonders kritisch ist, dass die eingesetzten Strategien in der Stressphase eine erhöhte Gleichläufigkeit zeigten. Für Anleger bedeutet das: Das Risikomodell funktionierte in dieser Marktphase weniger stabil als erwartet. Gerade bei einem Multi-Strategie-Ansatz ist dies ein wesentliches Warnsignal, da die Stabilität der Erträge stark von der Unabhängigkeit der Einzelstrategien abhängt.
Hinzu kamen erhebliche Mittelabflüsse. Netto flossen 28,31 Mio. EUR ab; Rückgaben von Anteilen beliefen sich sogar auf über 40 Mio. EUR. Diese Abflüsse zwangen das Fondsmanagement, Positionen geordnet zu schließen. Am Jahresende bestand das Portfolio praktisch nur noch aus Bankguthaben und Verbindlichkeiten. Die Strategie war damit wirtschaftlich beendet.
Auch die Kostenstruktur ist aus Anlegersicht problematisch. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,18 %, zusätzlich fielen 77.133 EUR Transaktionskosten an. Bei einem stark geschrumpften Fondsvolumen wirken fixe Kosten besonders belastend. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten überstiegen das verbleibende Fondsvermögen deutlich, was die Abwicklungssituation unterstreicht.
Positiv ist, dass der Jahresbericht transparent über die Ursachen der Schwäche, die Mittelabflüsse und die geplante Auflösung informiert. Auch der uneingeschränkte Prüfungsvermerk von Deloitte bestätigt, dass der Bericht nach den gesetzlichen Vorgaben erstellt wurde. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Fonds aus Investmentperspektive nicht mehr als laufende Anlagealternative zu betrachten ist.
Fazit: Für bestehende Anleger steht nicht mehr die künftige Renditechance im Vordergrund, sondern die ordnungsgemäße Abwicklung und die Frage, welcher Restwert nach Kosten verbleibt. Für neue Anleger ist der Fonds praktisch irrelevant, da die Ausgabe von Anteilen eingestellt wurde und die Auflösung bevorsteht. Die Entwicklung zeigt deutlich, dass auch scheinbar diversifizierte quantitative Währungsstrategien in Stressphasen korrelieren und erhebliche Rückschläge erleiden können.