Mit verdeckten Testkäufen hat die Finanzaufsicht BaFin den Vertrieb sogenannter Kombiprodukte unter die Lupe genommen – also Finanzprodukte, die mehrere Anlageformen miteinander verbinden. Das Ergebnis: überwiegend solide Beratung, aber auch klare Schwachstellen.
Mehrheitlich korrekte Beratung – aber nicht ohne Mängel
Im Rahmen einer sogenannten Mystery-Shopping-Aktion traten Testpersonen als potenzielle Kunden auf und ließen sich zu Kombiprodukten beraten. Dabei zeigte sich:
- In den meisten Fällen wurden Kosten und Risiken verständlich erklärt
- Verbraucher wurden oft korrekt über die Struktur der Produkte informiert
- Grundlegende Transparenzpflichten wurden überwiegend eingehalten
Doch ganz reibungslos lief es nicht.
Auffälligkeiten bei Kosten und Organisation
Probleme traten vor allem in zwei Bereichen auf:
1. Kosteninformationen:
Teilweise wurden Gebühren nicht vollständig oder nicht klar genug dargestellt. Gerade bei Kombiprodukten kann das kritisch sein, da mehrere Kostenebenen zusammenkommen.
2. Zugang zur Beratung:
Bereits vor dem eigentlichen Gespräch gab es Schwierigkeiten:
- Terminvereinbarungen verliefen teils schleppend
- nicht immer wurde ein passender Berater zugewiesen
Das wirft Fragen zur Kundenorientierung auf.
Komplexe Produkte bleiben Risiko für Verbraucher
Kombiprodukte gelten als besonders anspruchsvoll, da sie verschiedene Anlageformen bündeln. Entscheidend ist daher, dass Kunden verstehen:
- wie sich die einzelnen Bestandteile zusammensetzen
- welche Risiken jeweils bestehen
- dass die Komponenten auch einzeln gekauft werden können
Genau diese Punkte standen im Fokus der Prüfung.
BaFin will gezielt nachbessern
Bei den Instituten, bei denen Mängel festgestellt wurden, will die BaFin nachhaken. Ziel ist es:
- systematische Schwächen zu identifizieren
- Prozesse zu verbessern
- die Qualität der Beratung nachhaltig zu erhöhen
Fazit
Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild:
Die Branche bewegt sich in die richtige Richtung, doch gerade bei komplexen Finanzprodukten bleibt Transparenz eine Herausforderung.
Für Verbraucher bedeutet das:
Auch bei scheinbar gut erklärten Angeboten lohnt es sich, kritisch nachzufragen – insbesondere bei Kosten und Alternativen.