Immer mehr Menschen erhalten derzeit überraschende Rechnungen von angeblichen Horoskop- oder „KI-Astrologie“-Diensten. Gefordert werden meist rund 189 Euro für ein angeblich abgeschlossenes Abo – obwohl Betroffene den Dienst nach eigener Aussage nie genutzt haben.
Die Mails wirken auf den ersten Blick überzeugend. Sie enthalten persönliche Daten wie Name, Adresse oder E-Mail sowie ein angebliches Vertragsdatum und sogar eine IP-Adresse. Diese Informationen sollen Druck aufbauen und den Eindruck erwecken, es liege ein gültiger Vertrag vor.
Tatsächlich steckt dahinter häufig eine klassische Abo-Falle oder sogar eine reine Fake-Rechnung. Die zugehörigen Websites ähneln sich stark: Sie bieten scheinbar kostenlose Horoskope, astrologische Analysen oder KI-basierte Beratungen an. Erst später – oft versteckt im Kleingedruckten – soll daraus ein kostenpflichtiges Abonnement entstehen.
Auffällig ist, dass in vielen Fällen ein kaum bekanntes Unternehmen als Betreiber genannt wird, das erst kürzlich gegründet wurde und nur wenige öffentlich zugängliche Informationen bietet. Solche Konstruktionen sind typisch für unseriöse Geschäftsmodelle.
Die Herkunft der persönlichen Daten ist unterschiedlich. Häufig stammen sie aus früheren Datenlecks oder wurden über Werbeanzeigen, Gewinnspiele oder Online-Formulare gesammelt. In manchen Fällen werden Rechnungen sogar wahllos verschickt, in der Hoffnung, dass ein Teil der Empfänger aus Unsicherheit zahlt.
Rechtlich gilt: Ohne klare Zustimmung zu einem kostenpflichtigen Angebot besteht keine Zahlungspflicht. Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn der Preis eindeutig erkennbar war und aktiv bestätigt wurde – etwa über einen klar beschrifteten Bestellbutton. Fehlt diese Transparenz, ist die Forderung in der Regel nicht durchsetzbar.
Betroffene sollten daher keinesfalls vorschnell zahlen. Stattdessen empfiehlt es sich, der Forderung schriftlich zu widersprechen und klarzustellen, dass kein wirksamer Vertrag abgeschlossen wurde. Auch mögliche Mahnungen oder Inkassoschreiben sollten nicht einschüchtern, solange die Forderung bestritten ist.
Wurde bereits Geld abgebucht, ist schnelles Handeln wichtig. In diesem Fall sollte umgehend die Bank oder der Zahlungsdienstleister kontaktiert werden, um eine Rückbuchung zu veranlassen.
Der wichtigste Schutz bleibt jedoch Aufmerksamkeit. Angebote, die zunächst kostenlos erscheinen und später überraschend Kosten verursachen, sollten immer kritisch hinterfragt werden.
Guten Tag,
ich habe die Rechnung für Spam gehalten, da ich nie etwas mit Horoskopen zu tun habe und keinen Vertrag geschlossen habe. Nun hat ein Inkassobüro übernommen. Wie kann soetwas eigentlich sein?