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HANSApost Eurorent 2025: Solide Erträge mit spürbar höherem Kredit- und Risikoprofil
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HANSApost Eurorent 2025: Solide Erträge mit spürbar höherem Kredit- und Risikoprofil

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt erfolgreiches, aber klar risikobehaftetes Bild des Fonds HANSApost Eurorent. Positiv fällt zunächst die deutliche Wertsteigerung der Anteilklasse A um 6,98 % auf. Für einen Rentenfonds ist das ein starkes Jahresergebnis. Die neu aufgelegte Anteilklasse I erzielte seit Auflage am 15.09.2025 bis Jahresende 0,77 %, was wegen des kurzen Betrachtungszeitraums nur eingeschränkt vergleichbar ist. Der Fonds konnte also 2025 von seinem Marktumfeld profitieren, insbesondere durch laufende Zinserträge und realisierte Kursgewinne.

Der Fonds ist mit 97,86 % nahezu vollständig in Anleihen investiert, während die Liquiditätsquote mit 1,02 % Bankguthaben niedrig ist. Das ist aus Renditesicht effizient, bedeutet aber auch, dass die Ertragskraft fast vollständig von der Entwicklung des Rentenmarktes abhängt. Auffällig ist die Mischung aus sicheren Staatsanleihen und deutlich renditestärkeren Unternehmensanleihen. Allein die deutsche Bundesanleihe bzw. der Schatzbrief macht 11,77 % des Fondsvermögens aus und sorgt für Stabilität. Gleichzeitig enthält das Portfolio zahlreiche Unternehmensanleihen mit hohen Kupons von 5 % bis 9 %, darunter Emittenten aus zyklischen oder teils bonitätssensiblen Branchen. Genau hier liegt der Kern der Investmentthese: Der Fonds versucht, durch erhöhte Kreditrisiken und aktives Management eine attraktive laufende Rendite zu erzielen.

Das ist auch in der Ergebnisrechnung sichtbar. In der Anteilklasse A stammen die Erträge nicht nur aus laufenden Zinsen, sondern auch stark aus realisierten Veräußerungsgewinnen von über 1,0 Mio. EUR, während die realisierten Verluste mit rund 37 Tsd. EUR niedrig blieben. Der Fondsmanager hat also 2025 nicht nur von Kupons, sondern auch von Kursbewegungen profitiert. Gleichzeitig gab es negative Veränderungen bei den nicht realisierten Gewinnen und Verlusten, was zeigt, dass ein Teil des Portfolios zum Jahresende noch unter Bewertungsschwankungen litt. Das spricht gegen das Bild eines rein defensiven Rentenfonds.

Besonders wichtig für Anleger ist die Risikostruktur. Der Fonds investiert zwar ausschließlich in Euro und reduziert damit Währungsrisiken konsequent, doch dafür nimmt er an anderer Stelle merkliche Risiken in Kauf. Im Bestand finden sich viele nachrangige, hybride oder ewige Anleihen (Perpetuals / FLR / Undated Bonds) sowie Emittenten aus dem Immobiliensektor, aus Telekommunikation, Industrie, Chemie oder anderen kapitalintensiven Bereichen. Namen wie Aroundtown, Grand City, Heimstaden, Citycon, SES, Worldline oder Mobico zeigen, dass der Fonds gezielt auf Marktsegmente setzt, in denen höhere Renditen nur gegen höhere Unsicherheit zu bekommen sind. Das erhöht die laufende Verzinsung, aber auch das Adressenausfall- und Spreadrisiko.

Die Fondsleitung betont zwar die breite Diversifikation nach Ländern, Sektoren und Schuldnern, und tatsächlich gibt es keine übermäßige Konzentration auf einzelne Emittenten. Dennoch ist die innere Risikostruktur keineswegs konservativ. Viele Positionen notieren unter 100 %, teils deutlich darunter. Das kann Chancen eröffnen, signalisiert aber zugleich, dass der Markt für diese Anleihen höhere Risikoaufschläge verlangt. Der Fonds ist damit eher ein aktiver Euro-Unternehmensanleihenfonds mit Renditefokus als ein klassischer sicherheitsorientierter Rentenbaustein.

Ein weiterer Punkt, den Anleger beachten sollten, ist die gestiegene Volatilität. In der Anteilklasse A lag sie 2025 bei 3,05 % nach 1,76 % im Vorjahr. Das ist zwar absolut noch kein extremer Wert, für einen Rentenfonds aber ein deutlicher Anstieg. Er bestätigt, dass das Portfolio 2025 stärkeren Marktschwankungen ausgesetzt war. Die im Bericht genannten geopolitischen Belastungsfaktoren, Zinsänderungsrisiken und Unsicherheiten durch Handelskonflikte sind deshalb keine bloßen Standardformulierungen, sondern für dieses Portfolio real relevant.

Kostenmäßig ist der Fonds zweigeteilt. Die Anteilklasse A weist eine TER von 1,14 % auf und zusätzlich einen Ausgabeaufschlag von bis zu 3,00 %. Das ist aus Anlegersicht recht hoch und schmälert die Nettorendite, vor allem bei kürzerem Anlagehorizont. Die Anteilklasse I ist mit 0,33 % TER deutlich attraktiver, setzt aber ein Mindestanlagevolumen von 50.000 EUR voraus. Für institutionellere oder größere Anleger ist die I-Klasse daher klar vorteilhafter.

Positiv ist die Ausschüttungspolitik für Anleger, die laufende Erträge wünschen. Die Klasse A schüttet 1,85 EUR je Anteil aus, die Klasse I 0,10 EUR je Anteil für den kurzen Erstzeitraum. Allerdings sollte man die Ausschüttung nicht mit risikofreiem Einkommen verwechseln: Sie wird aus einem Portfolio erwirtschaftet, das durchaus marktsensibel ist und dessen laufende Erträge teilweise von Bewertungs- und Kreditrisiken begleitet werden.

In der Gesamtschau wirkt der Fonds aus Anlegersicht attraktiv für renditeorientierte Investoren im Euro-Rentenbereich, aber weniger passend für sehr sicherheitsorientierte Anleger, die bei einem Rentenfonds vor allem Stabilität und geringe Schwankungen erwarten. Die gute Performance 2025 ist überzeugend, beruht aber nicht nur auf defensiven Staatsanleihen, sondern wesentlich auf aktiver Titelselektion, Unternehmensanleihen, Kreditrisiken und Kurschancen. Solange das Umfeld für Euro-Credit stabil bleibt, kann diese Strategie weiter funktionieren. In Stressphasen dürften die Schwankungen jedoch spürbarer ausfallen als es der Name „Eurorent“ zunächst vermuten lässt.

Fazit:
Der HANSApost Eurorent hat 2025 ein gutes Jahr mit ordentlicher Ausschüttung und starker Klasse-A-Performance geliefert. Für Anleger ist der Fonds interessant, wenn sie laufende Erträge, aktives Management und Euro-Anleihen mit Renditeaufschlag suchen. Wer dagegen einen besonders defensiven Rentenfonds erwartet, sollte beachten, dass das Portfolio spürbar von Unternehmens-, Hybrid- und Spreadrisiken geprägt ist. Die Chance-Risiko-Struktur ist damit solide, aber nicht konservativ.

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