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Snap setzt auf KI: Endlich können jetzt auch Jobs automatisch verschwinden

Coy_Muse (CC0), Pixabay

Die Zukunft ist da – und sie hat bei Snapchat erstmal 1.000 Menschen rausgeworfen.

Der Konzern Snap streicht rund ein Sechstel seiner Belegschaft, weil künstliche Intelligenz künftig mehr Aufgaben übernehmen soll.
Oder, wie es in der Tech-Branche liebevoll heißt:
„Wir investieren in Innovation – und sparen deshalb erstmal an Leuten mit Miete.“

KI macht, was Manager lieben: Sie kostet keine Mittagspause

Snap spart durch den Jobabbau laut eigener Rechnung mehr als 500 Millionen Dollar pro Jahr.
Das ist natürlich großartig.

Nicht für die Beschäftigten.
Aber für Aktionäre, PowerPoint-Folien und jene Manager, die beim Wort „Effizienz“ sofort feuchte Augen bekommen.

Denn KI ist im Silicon Valley inzwischen weniger eine Technologie als ein spirituelles Rechtfertigungsinstrument für Massenentlassungen.

Früher hieß es:
„Wir restrukturieren.“
Heute heißt es:
„Unsere AI-Roadmap erfordert schwierige Entscheidungen.“

Das Ergebnis bleibt identisch:
Menschen raus, Marge rauf, LinkedIn-Post mit „tough but necessary“.

1.000 Stellen weniger – aber dafür vielleicht bald eine Brille, die deine Kündigung in 4K zeigt

Besonders schön ist die Prioritätensetzung bei Snap.

Während man tausend Mitarbeiter entsorgt wie veraltete Story-Filter, arbeitet das Unternehmen parallel an einem Konkurrenzprodukt zur smarten Ray-Ban-Brille von Meta.

Bisherige Investitionen: über drei Milliarden Dollar.

Drei Milliarden für eine Brille, mit der man vermutlich irgendwann in Echtzeit sehen kann, wie der eigene Arbeitsplatz von einem Algorithmus übernommen wird.

Augmented Reality trifft existenzielle Realität.

Aktivistische Investoren: Wenn Heuschrecken plötzlich „strategische Partner“ heißen

Druck macht außerdem der aktivistische Investor Irenic, der von Snap fordert:

  • mehr sparen
  • mehr entlassen
  • Unternehmensbereiche verkaufen
  • alles loswerden, was nicht sofort Profit macht

Kurzum:
Der klassische moderne Investorentraumsatz:
„Schönes Unternehmen. Wäre schade, wenn da noch irgendwas Menschliches dran bliebe.“

Besonders im Visier: die verlustreiche Brillensparte.

Was schon bemerkenswert ist.
Einerseits will Snap mit Hightech-Brillen die Zukunft erobern, andererseits will der Investor am liebsten sofort alles abschneiden, was nicht bis Freitag Rendite bringt.

Tech-Kapitalismus in Reinform:
Visionen für die Bühne, Kettensäge für die Bilanz.

71.000 Jobs weg – die KI-Revolution beginnt wie immer bei den anderen

Snap ist natürlich nicht allein.
Laut Layoffs.fyi haben seit Jahresbeginn rund 80 Tech-Firmen wegen KI bereits über 71.000 Jobs gestrichen.

Man könnte also sagen:
Die künstliche Intelligenz revolutioniert die Arbeitswelt tatsächlich.

Nicht indem sie den Menschen entlastet.
Sondern indem sie ihnen sehr effizient erklärt, dass sie leider nicht mehr Teil der Roadmap sind.

Die große Lüge: KI ersetzt Arbeit – tatsächlich ersetzt sie oft Verantwortung

Die Branche verkauft das als Fortschritt.
Als Effizienz.
Als Zukunft.

In Wahrheit sieht es oft so aus:

  • Erst ein Hype
  • Dann eine Strategieberatung
  • Dann ein Investor
  • Dann 1.000 Kündigungen
  • Dann ein CEO-Statement über „Transformation“
  • Dann Applaus an der Börse

Die KI wird dabei behandelt wie eine Art digitaler Sündenbock mit Serveranschluss:
„Nicht wir streichen Jobs – die Zukunft tut das.“

Sehr praktisch.
Die Maschine hat keinen Betriebsrat und kann auch keine Fragen auf der Townhall stellen.

Fazit: Die Zukunft ist smart, visionär und erstaunlich arbeitsplatzfeindlich

Snap zeigt mit beeindruckender Konsequenz, wohin die Reise geht:

  • Milliarden für futuristische Gadgets
  • Tausende Jobs weniger
  • maximale Effizienz
  • minimale Hemmung

Oder noch einfacher:

Früher machte Snapchat Filter, mit denen man aussah wie ein Hund.
Heute filtert Snapchat einfach die Mitarbeiter raus.

Und das Beste daran:
Wenn du Pech hast, bekommst du deine Kündigung bald vielleicht direkt über eine smarte Brille eingeblendet –
natürlich personalisiert, KI-optimiert und mit einem kleinen Herz-Emoji.

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