Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes, aber gut einordnbares Bild: Der Fonds CH Global hat im Geschäftsjahr mit +3,43 % zwar einen positiven Wertzuwachs erzielt, zugleich aber eine hohe Volatilität von 15,57 % ausgewiesen. Das bedeutet: Der Fonds hat Geld verdient, allerdings mit deutlich spürbaren Schwankungen. Für risikobereite Anleger ist das grundsätzlich akzeptabel, für defensivere Investoren eher weniger.
Die Grundausrichtung des Fonds ist klar chancenorientiert. Zum Jahresende waren 72,0 % direkt in Aktien und weitere 28,23 % in Investmentfonds investiert. Praktisch ist der Fonds damit nahezu vollständig in Wertpapieren angelegt; Liquidität war mit 0,44 % kaum vorhanden. Diese Struktur passt zu einem offensiven globalen Aktienfonds, reduziert aber die Pufferwirkung in schwächeren Marktphasen. Hinzu kommt sogar eine kleine Fremdfinanzierung durch Kreditverbindlichkeiten von 37.198,58 Euro beziehungsweise 0,43 % des Fondsvermögens, was das Risikoprofil leicht verschärft.
Positiv ist, dass das Portfolio auf den ersten Blick qualitativ und wachstumsorientiert aufgebaut ist. Die größten Positionen liegen klar im Technologie- und Innovationsbereich, etwa NVIDIA (6,48 %), Alphabet (6,17 %), Tesla (5,65 %), SK Hynix (5,48 %), Apple (5,39 %), Meta (4,86 %) und Microsoft (4,79 %). Dazu kommen thematische Fonds wie AI Leaders (9,21 %) und kleinere Beimischungen wie der L&G Metaverse ETF. Daraus lässt sich ableiten, dass der Fonds stark auf strukturelle Wachstumsthemen wie Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Digitalisierung und Plattformökonomie setzt. Das kann langfristig attraktiv sein, erhöht aber gleichzeitig die Abhängigkeit von einem einzelnen Marktsegment, nämlich globalen Wachstums- und Technologieaktien.
Gerade hier liegt aus Investorensicht die zentrale Stärke und zugleich das größte Risiko. Die Strategie ist fokussiert und nachvollziehbar, aber nicht breit ausbalanciert. Wer an eine Fortsetzung des Technologie- und KI-Booms glaubt, findet hier ein offensives Vehikel mit aktivem Management. Wer mehr Stabilität, Value-Anteile oder stärkere regionale Diversifikation sucht, dürfte den Fonds als zu einseitig empfinden. Auch die geografische und währungsseitige Abhängigkeit vom US-Markt ist erheblich, selbst wenn das Management die Strategie auf Euro-Basis betrachtet.
Bei der Ergebnisqualität fällt auf: Der Jahresüberschuss von 279.122,85 Euro wurde vor allem durch realisierte Veräußerungsgewinne getragen. Das ordentliche Nettoergebnis war mit -125.041,03 Euro negativ. Das heißt vereinfacht: Die laufenden Erträge aus Dividenden, Zinsen und Fondserträgen reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Der Ertrag kam also nicht aus einer besonders starken laufenden Ertragsbasis, sondern vor allem aus Verkäufen mit Gewinn. Das ist bei wachstumsorientierten Aktienfonds nicht unüblich, zeigt aber, dass die Wertentwicklung stärker von Marktchancen und Transaktionen als von stabilen laufenden Erträgen abhängt.
Ein weiterer kritischer Punkt sind die Kosten. Die Total Expense Ratio von 2,42 % ist aus Anlegersicht hoch. Für einen Fonds, der zusätzlich in andere Fonds investiert, ist das zwar teilweise erklärbar, dennoch bleibt die Kostenbelastung ein klarer Renditefresser. Gerade in einem Jahr mit nur 3,43 % Kursgewinn wird sichtbar, wie stark Gebühren die Nettorendite schmälern können. Positiv ist immerhin, dass keine performanceabhängige Vergütung anfiel. Dennoch sollte sich ein Anleger fragen, ob die aktive Steuerung und Fondsauswahl langfristig ausreichend Mehrwert gegenüber günstigeren globalen Aktienlösungen liefert.
Die Mittelbewegungen im Fonds deuten auf eine gewisse Zurückhaltung der Anleger hin. Unter dem Strich kam es 2025 zu einem Netto-Mittelabfluss von 183.733,77 Euro. Das Fondsvermögen sank leicht von 8,69 Mio. Euro auf 8,64 Mio. Euro. Gleichzeitig stieg der Anteilwert von 56,61 Euro auf 57,30 Euro. Das spricht dafür, dass die Performance positiv war, aber nicht stark genug, um Ausschüttung und Mittelabflüsse vollständig zu kompensieren.
Die Ausschüttung von 1,30 Euro je Anteil ist für einkommensorientierte Anleger grundsätzlich attraktiv, wirkt aber in diesem Kontext nur bedingt als Qualitätssignal. Denn die Ausschüttung wurde rechnerisch auch durch die Berücksichtigung realisierter Verluste und Vortragsposten ermöglicht. Für langfristige Anleger ist deshalb wichtiger, ob der Fonds nachhaltig Wert aufbaut, nicht nur, ob er ausschüttet.
Risikoseitig ist der Bericht offen formuliert und bestätigt den offensiven Charakter. Genannt werden Marktpreis-, Währungs-, Liquiditäts- und Zielfondsrisiken. Besonders relevant sind aus Anlegersicht das Aktienmarktrisiko, das US-Dollar-Risiko und das Risiko von Nebenwerten beziehungsweise weniger liquiden Titeln. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, Zollthemen und insgesamt erhöhte Schwankungen an den Kapitalmärkten. Dass der Fonds keine Derivate einsetzt, ist dabei ein kleiner Pluspunkt in Sachen Transparenz, ändert aber nichts am insgesamt hohen Aktienrisiko.
Ebenfalls beachtenswert ist der Nachhaltigkeitsaspekt: Der Fonds berücksichtigt Nachhaltigkeitsrisiken nicht systematisch und ist als Artikel-6-Produkt eingestuft. Für klassische Renditeanleger ist das kein Muss-Kriterium, für ESG-orientierte Investoren aber klar ein Nachteil.
Fazit aus Anlegersicht:
CH Global ist ein offensiver, klar wachstumsorientierter Fonds mit deutlichem Schwerpunkt auf Technologie, KI und internationale Qualitätsaktien. Die Strategie ist verständlich und hat 2025 trotz schwierigem Umfeld eine positive Rendite geliefert. Gleichzeitig ist der Fonds risikoreich, kostenintensiv und wenig defensiv aufgestellt. Die Performance von 3,43 % wirkt angesichts der Volatilität von 15,57 % und der TER von 2,42 % ordentlich, aber nicht überragend. Für Anleger mit langem Horizont, hoher Schwankungstoleranz und Überzeugung für globale Wachstumswerte kann der Fonds interessant sein. Für kostenbewusste oder sicherheitsorientierte Anleger ist er eher kritisch zu sehen.