Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt solides, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds Scandinavian Value Builder S hat im Geschäftsjahr einen Wertzuwachs von +3,66 % erzielt und das Fondsvermögen von 7,49 Mio. EUR auf 9,78 Mio. EUR gesteigert. Positiv ist dabei, dass der Mittelzufluss deutlich war: netto flossen dem Fonds rund 1,97 Mio. EUR zu. Das spricht dafür, dass Anleger dem Konzept Vertrauen schenken. Gleichzeitig bleibt die Rendite gemessen am hohen Aktienanteil eher moderat, denn der Fonds war zum Jahresende mit 95,85 % nahezu vollständig in Aktien investiert.
Der Fonds verfolgt einen klar aktiven Ansatz ohne Benchmark-Bindung. Das ist für Anleger attraktiv, die bewusst kein indexnahes Produkt suchen, sondern ein selektives Portfolio skandinavischer Einzeltitel. Die regionale Ausrichtung ist klar: Schwerpunkt sind Schweden und Dänemark, ergänzt um Finnland und Norwegen. Die größten Einzelpositionen – Alfa Laval (5,28 %), SP Group (5,23 %) und Rockwool (4,63 %) – zeigen, dass das Management auf konzentrierte Überzeugungspositionen setzt. Das kann Mehrwert schaffen, erhöht aber zugleich das Einzeltitelrisiko.
Auffällig ist die starke Ausrichtung auf kleinere und mittlere Unternehmen. Genau darin kann langfristig eine Chance liegen, weil der skandinavische Markt in diesem Segment viele qualitativ starke Nischenunternehmen bietet. Gleichzeitig ist das aus Investorensicht einer der wichtigsten Risikopunkte des Fonds: Small- und Mid-Caps sind in Stressphasen häufig volatiler und weniger liquide. Der Bericht bestätigt dieses Risiko selbst ausdrücklich. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds eignet sich eher für Investoren mit mittel- bis langfristigem Horizont und der Bereitschaft, zwischenzeitliche Schwankungen auszuhalten.
Die Portfoliostruktur wirkt grundsätzlich hochwertig, weil sie breit über viele Unternehmen gestreut ist und kein einzelner Titel dominierend groß wird. Dennoch ist die Konzentration auf eine Region und auf Aktien fast vollständig. Es gibt keine nennenswerte defensive Pufferstruktur durch Anleihen oder andere Anlageklassen. Die Liquiditätsquote von 4,86 % Bankguthaben ist zwar ordentlich, aber kein echter Schutzschild bei stärkeren Marktrückgängen. Das Produkt ist daher klar ein Aktienfonds mit vollem Marktrisiko, kein Mischfonds.
Ertragsseitig ist das Bild ordentlich. Der Fonds erzielte 281 Tsd. EUR laufende Erträge, vor allem aus Dividenden. Nach Kosten blieb ein ordentlicher Nettoertrag von 131,7 Tsd. EUR. Hinzu kamen realisierte Gewinne aus Verkäufen, sodass das realisierte Jahresergebnis 177,3 Tsd. EUR betrug. Besonders wichtig: Das Jahresergebnis von 369,2 Tsd. EUR wurde nicht nur durch Buchgewinne getragen, sondern hatte auch eine reale Ertragsbasis. Das spricht für eine gewisse Qualität der Wertentwicklung. Allerdings bleibt die absolute Ergebnisstärke angesichts des nahezu voll investierten Aktienportfolios dennoch eher zurückhaltend.
Bei den Kosten liegt der Fonds mit einer TER von 1,53 % auf einem Niveau, das für einen aktiv gemanagten Nischenfonds zwar nicht ungewöhnlich, aber auch nicht günstig ist. Für Anleger ist das ein zentraler Punkt: Bei einer Jahresrendite von nur 3,66 % zehren laufende Kosten spürbar am Nettoerfolg. Wer in diesen Fonds investiert, muss also daran glauben, dass das aktive Management langfristig einen deutlichen Mehrwert gegenüber einem günstigeren skandinavischen ETF erzielen kann. Im Berichtsjahr ist dieser Mehrwert nicht klar sichtbar, aber auch nicht widerlegt.
Ein weiterer Punkt ist die Ausschüttungspolitik: Es wurde keine Ausschüttung vorgenommen. Für wachstumsorientierte Anleger ist das unproblematisch, für einkommensorientierte Investoren weniger attraktiv. Wer regelmäßige Erträge sucht, dürfte mit diesem Fonds daher nur bedingt zufrieden sein.
Positiv zu bewerten ist, dass der Fonds keine Derivate zur Performancehebelung genutzt hat; das zugrunde liegende Exposure aus Derivaten lag bei 0,00 EUR. Das macht das Produkt transparenter und leichter einschätzbar. Auch der Bestätigungsvermerk von KPMG ohne Einschränkungen stärkt das Vertrauen in die formale Ordnungsmäßigkeit des Berichts.
Kritischer ist aus Anlegersicht die Kombination aus Währungsrisiken, geopolitischen Unsicherheiten und Skandinavien-Fokus. Obwohl Skandinavien wirtschaftlich als robust gilt, bleibt der Fonds durch DKK-, NOK- und SEK-Exposure zusätzlich von Wechselkursbewegungen abhängig. Gerade bei einem in Euro rechnenden Anleger kann das die Rendite spürbar beeinflussen. Hinzu kommt, dass der Fonds ausdrücklich Nachhaltigkeitsrisiken nicht systematisch berücksichtigt und als Artikel-6-Produkt klassifiziert ist. Für klassische Value-Investoren mag das kein Ausschlusskriterium sein; für nachhaltig orientierte Anleger ist es jedoch ein klarer Nachteil.
Unterm Strich wirkt der Scandinavian Value Builder 2025 wie ein ehrlich positionierter, aktiver Nischenfonds mit nachvollziehbarer Strategie und klarem Profil. Die Stärken liegen in der fokussierten Titelauswahl, dem Zugang zu skandinavischen Nebenwerten und der aktiven, benchmarkunabhängigen Steuerung. Die Schwächen liegen in der nur mäßigen Jahresrendite, den vergleichsweise spürbaren Kosten sowie den erhöhten Risiken aus Small-Caps, Währungen und regionaler Konzentration.
Fazit aus Anlegersicht:
Der Fonds ist interessant für Anleger, die gezielt auf skandinavische Qualitäts- und Nebenwerte setzen wollen und dafür höhere Schwankungen akzeptieren. Er ist weniger geeignet für kostenbewusste Anleger, defensive Investoren oder ESG-orientierte Käufer. 2025 war kein schlechtes Jahr für den Fonds, aber auch kein Jahr, in dem sich das aktive Management besonders eindrucksvoll hervorgetan hat. Das Produkt bleibt damit vor allem eine spezialisierte Beimischung, nicht unbedingt ein Kerninvestment.