Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt erfolgreiches, aber keineswegs defensives Fondsprofil. Der Fonds hat im Geschäftsjahr mit +15,22 % eine sehr starke Jahresperformance erzielt. Seit Auflage im März 2012 liegt der Wertzuwachs bei +65,72 %. Auch der Anteilwert stieg deutlich von 60,77 EUR auf 68,70 EUR. Das ist auf den ersten Blick überzeugend.
Entscheidend ist aber, wie diese Rendite erzielt wurde. Der Fonds ist zwar formal ein Mischfonds, wird tatsächlich jedoch aktiv und flexibel mit relativ hoher Risikobereitschaft gesteuert. Ende 2025 entfielen rund 46,4 % auf Aktien und Aktienfonds, knapp 36,9 % auf festverzinsliche Anlagen und Rentenfonds, dazu kamen alternative Investments, insbesondere Gold- und Krypto-ETCs, sowie rund 6,2 % Liquidität. Damit ist der Fonds zwar breit gestreut, aber klar nicht konservativ. Die Beimischung von Gold, Bitcoin und Ethereum erhöht die Chancen, macht das Portfolio aber zugleich anfälliger für Schwankungen.
Positiv ist, dass die Diversifikation weiterhin breit erscheint. Die Anzahl der Positionen blieb laut Bericht nahezu unverändert, was auf keine übermäßige Konzentration in Einzeltiteln schließen lässt. Gleichzeitig fällt jedoch auf, dass im Aktienbereich neben soliden Standardwerten wie Deutsche Telekom, E.ON, Siemens oder Münchener Rück auch etliche kleinere und teils spekulativere Titel gehalten werden. Ähnlich sieht es auf der Anleiheseite aus: Dort finden sich nicht nur solide Papiere, sondern auch hochverzinsliche, nachrangige, hybride und teils bonitätsschwächere Emissionen. Das spricht für einen renditeorientierten, opportunistischen Ansatz, bedeutet aber auch: Das Ausfall- und Bewertungsrisiko ist real.
Ein wichtiger Punkt für Anleger ist die Qualität der Ergebnisquellen. Der ordentliche Nettoertrag lag nur bei 66.221 EUR, während das realisierte Ergebnis aus Verkäufen 805.545 EUR und das gesamte Jahresergebnis 2,09 Mio. EUR betrug. Das heißt: Der Erfolg 2025 beruhte wesentlich auf Kursgewinnen und Bewertungsanstiegen, nicht auf laufenden, stabilen Erträgen. Für Anleger ist das insofern relevant, als sich eine solche Dynamik in schwächeren Börsenjahren auch umkehren kann.
Die Kostenstruktur ist zweigeteilt zu bewerten. Die ausgewiesene TER von 0,84 % wirkt zunächst ordentlich. Kritischer ist jedoch die performanceabhängige Vergütung von 1,45 %, die im Jahr 2025 spürbar zu Buche geschlagen hat. Insgesamt betrug die Verwaltungsvergütung 321.936 EUR, davon 217.182 EUR performanceabhängig. Für Anleger heißt das: In guten Jahren partizipiert das Management stark mit. Das ist nicht grundsätzlich negativ, schmälert aber den Nettoertrag für den Investor.
Auch die Ausschüttungspolitik ist eher zurückhaltend. Die Endausschüttung beträgt 1,20 EUR je Anteil. Das ist solide, macht aber deutlich, dass der Fonds kein klassischer Einkommensfonds ist, sondern primär auf Wertzuwachs ausgerichtet bleibt.
Besonders aufmerksam sollte ein Anleger auf das Risikoprofil der Rentenseite schauen. Im Bericht finden sich mehrfach Papiere mit sehr hohen Kupons, Nachrangcharakter oder problematischen Kursniveaus. Einzelne Positionen wie BayWa-, ABO-Energy- oder andere High-Yield-/Sondersituationsanleihen zeigen, dass das Management bewusst Renditechancen in Segmenten sucht, die mit erhöhtem Kredit- und Liquiditätsrisiko verbunden sind. Hinzu kommen kleinere Problemreste wie Positionen rund um Waldorf Energy oder wertlose WOW-Air-Bestandteile, die zeigen, dass Ausfälle und Restrukturierungen im Portfolio nicht nur theoretische Risiken sind.
Positiv ist wiederum, dass der Fonds keine Derivate zur zusätzlichen Hebelung in nennenswertem Umfang eingesetzt hat; das Derivate-Exposure wird mit 0,00 EUR ausgewiesen. Das reduziert die Komplexität etwas. Trotzdem bleibt das Portfolio durch die Mischung aus Aktien, High-Yield-Anleihen, Wandelanleihen, Gold und Krypto insgesamt ambitioniert positioniert.
Ein weiterer Aspekt: Der Fonds ist nicht nachhaltig ausgerichtet und als Artikel-6-Produkt klassifiziert. Für rein renditeorientierte Anleger ist das neutral, für ESG-orientierte Investoren eher ein Minuspunkt.
Fazit aus Anlegersicht:
Der SMS Ars multiplex hat 2025 sehr gut performt und zeigt ein aktives, flexibles Management mit breiter Streuung. Für Anleger, die einen chancenorientierten Mischfonds suchen und bereit sind, dafür spürbare Markt-, Kredit- und Volatilitätsrisiken in Kauf zu nehmen, kann der Fonds attraktiv sein. Wer dagegen unter einem Mischfonds vor allem Stabilität, planbare Erträge und defensiven Vermögenserhalt versteht, sollte vorsichtig sein. Denn hinter der guten Rendite steht ein Portfolio, das in mehreren Segmenten bewusst mehr Risiko als ein klassischer ausgewogener Mischfonds eingeht.