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D&R Aktien Strategie I 2025: Solide Rendite, aber teuer und stark ETF-getrieben

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt ordentliches, aber nicht herausragendes Bild. Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr eine Wertentwicklung von 12,60 %, steigerte das Fondsvermögen von rund 25,9 Mio. EUR auf 29,15 Mio. EUR und profitierte von einem insgesamt sehr freundlichen Aktienmarktumfeld. Positiv ist, dass das Management die zwischenzeitige Marktschwäche offenbar taktisch genutzt und die Aktienquote nach der Korrektur wieder erhöht hat. Das spricht für ein aktives Risikomanagement, das nicht rein passiv dem Markt gefolgt ist.

Der zweite Blick fällt jedoch kritischer aus: Die Rendite wurde in einem Jahr erzielt, in dem laut Bericht die Aktienmärkte „durchgehend zweistellige Performancezuwächse“ verzeichneten. Damit wirkt die Performance des Fonds zwar gut, aber nicht außergewöhnlich, zumal der Fonds ausdrücklich eine Outperformance gegenüber einer Hurdle Rate von 6 % anstrebt. Rein formal wurde diese Hürde übertroffen, aus Investorensicht ist aber entscheidender, ob der Fonds nach Kosten einen echten Mehrwert gegenüber einfachen Aktien-ETFs geliefert hat. Genau hier liegt ein Schwachpunkt.

Die Portfoliostruktur ist auffällig: Rund 58,2 % des Vermögens stecken in Investmentanteilen, also vor allem in breit gestreuten ETFs auf DAX, Euro Stoxx 50 und S&P 500. Direkte Aktien machen nur rund 33,9 % aus. Das bedeutet: Der Fonds ist faktisch ein Mischmodell aus ETF-Allokation und ergänzendem Einzeltitelportfolio. Für Anleger ist das nicht grundsätzlich schlecht, aber es relativiert den Anspruch eines aktiv gemanagten Aktienfonds. Wer am Ende überwiegend über Standard-ETFs investiert ist, stellt sich zurecht die Frage, warum er dafür eine aktive Gebührenstruktur bezahlen soll.

Hinzu kommt die Kostenbelastung. Die ausgewiesene TER von 1,03 % ist bereits spürbar, noch kritischer ist die performanceabhängige Vergütung von 0,99 %. Zusammen mit Transaktionskosten und den Kosten der im Fonds gehaltenen Zielfonds wird klar: Der Fonds ist kein günstiges Produkt. In einem Jahr mit stark steigenden Märkten fällt eine solche Kostenstruktur weniger auf, in seitwärts laufenden oder schwächeren Marktphasen kann sie die Nettorendite aber deutlich belasten. Für kostenbewusste Anleger ist das ein zentrales Gegenargument.

Positiv zu bewerten ist die breite Streuung. Der Fonds investiert über Europa und die USA hinweg und hält sowohl große Standardwerte als auch ausgewählte Einzeltitel. Zu den größeren Positionen zählen etwa Tesla, Bayer, BASF, Infineon, Novo Nordisk, Roche, Nestlé sowie mehrere große Index-ETFs. Die Streuung reduziert das Einzeltitelrisiko. Gleichzeitig zeigt das Portfolio einen erkennbaren Fokus auf westliche Industrieländer, vor allem Deutschland, Europa und USA. Das macht die Strategie nachvollziehbar, führt aber auch dazu, dass der Fonds in seiner Entwicklung stark von den großen entwickelten Aktienmärkten abhängig bleibt.

Ein wichtiger Punkt ist die Risikoseite. Der Fonds war im Jahresverlauf überwiegend hoch investiert; die Investitionsquote schwankte zwischen 79,72 % und 96,95 %. Damit bleibt das Produkt klar aktienmarktnah und entsprechend schwankungsanfällig. Zwar wurden Derivate zur Steuerung eingesetzt, deren Umfang war aber eher gering. Zum Stichtag bestand sogar nur eine kleine Short-Position über E-Mini S&P 500 Futures. Das heißt: Der Schutz gegen starke Markteinbrüche war begrenzt. Wer investiert, sollte also keine defensiv ausgerichtete Strategie erwarten, sondern einen Fonds, der im Kern am Aktienmarkt hängt und nur taktisch etwas glättet.

Auch die Währungsrisiken sind relevant. Der Fonds hält erhebliche US- und andere Fremdwährungspositionen, während der Bericht selbst darauf hinweist, dass die Schwäche des US-Dollars die Euro-Performance belastet hat. Für Euro-Anleger bedeutet das: Selbst wenn US-Aktien gut laufen, kann ein schwächerer Dollar die Rendite schmälern. Das ist kein Fehler des Fonds, aber ein wichtiges Risiko, das man mitdenken muss.

Die Ertragsqualität ist gemischt. Der ordentliche Nettoertrag war mit -50.555,70 EUR leicht negativ. Das Jahresergebnis von 3,30 Mio. EUR stammt also im Wesentlichen aus realisierten Kursgewinnen und positiven Bewertungsänderungen, nicht aus laufenden Erträgen. Für einen Aktienfonds ist das nicht ungewöhnlich, zeigt aber, dass die Wertentwicklung stark von Marktbewegungen und geschicktem Timing abhängt. Das Ausschüttungsniveau von 4,00 EUR je Anteil ist ordentlich, aber nicht der entscheidende Investmentcase.

Ebenfalls kritisch ist der sehr hohe Portfolioumschlag. Das Transaktionsvolumen lag bei 182,1 Mio. EUR und damit um ein Mehrfaches über dem Fondsvermögen. Das spricht für eine sehr aktive Steuerung, kann aber auch auf hohen Handelsaufwand hinweisen. Ein hoher Umsatz ist nur dann ein Pluspunkt, wenn daraus dauerhaft Überrendite entsteht. Der Bericht liefert dafür 2025 nur begrenzt Beweise.

Unterm Strich ist der Fonds aus Anlegersicht solide, aber nicht zwingend überzeugend. Er hat 2025 in einem starken Marktumfeld vernünftig verdient, ist breit diversifiziert und wurde aktiv gesteuert. Gleichzeitig ist er kostenintensiv, in großen Teilen ETF-basiert und liefert auf Basis dieses Berichts noch keinen klaren Beleg dafür, dass die aktive Struktur den Preis dauerhaft rechtfertigt. Für Anleger, die eine bequeme, aktiv überwachte Aktienlösung suchen und Kosten nicht an erste Stelle setzen, kann der Fonds interessant sein. Für Anleger mit starkem Fokus auf Kosten, Transparenz und Vergleich zum Index dürfte ein einfaches Portfolio aus DAX-, Euro-Stoxx- und S&P-500-ETFs jedoch eine ernsthafte Alternative sein.

Fazit:
Der D&R Aktien Strategie I war 2025 ein ordentlicher Mitläufer mit aktivem Einschlag, aber kein klarer Beweis für überlegene aktive Fondssteuerung. Aus Anlegersicht ist er eher ein Produkt für Investoren, die taktisches Management schätzen und dafür höhere Gebühren akzeptieren – weniger für jene, die maximale Effizienz und kostengünstige Marktrendite suchen.

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