Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt ordentliches, aber nicht risikoloses Bild. Der Fonds hat im Geschäftsjahr eine Wertentwicklung von 3,81 % erzielt und seit Auflage im März 2019 einen Zuwachs von 21,67 % erreicht. Das ist für einen aktiv gemanagten Rentenfonds grundsätzlich respektabel, vor allem weil der Fonds nicht an eine Benchmark gebunden ist und in einem anspruchsvollen Zins- und Kreditumfeld agiert hat.
Positiv fällt zunächst auf, dass der Fonds nahezu vollständig investiert ist. Die Wertpapierquote lag zum Jahresende bei 93,52 %, während die Liquiditätsquote von etwa 10 % auf rund 5 % gesenkt wurde. Das spricht dafür, dass das Management das Marktumfeld 2025 als investierbar eingeschätzt und freie Mittel aktiv in neue Anleihen umgeschichtet hat. Gleichzeitig wurde laut Bericht die Diversifikation weiter verbessert. Für Anleger ist das grundsätzlich ein gutes Signal, weil ein breiteres Portfolio Einzelrisiken abfedern kann.
Die Struktur des Portfolios macht aber auch klar, wo Chancen und Risiken liegen. Der Fonds investiert überwiegend in Unternehmensanleihen, ergänzt um Staatsanleihen, Nachranganleihen, Floating-Rate-Bonds und einzelne Wandelanleihen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Euro, hinzu kommen kleinere Fremdwährungspositionen in NOK, USD und AUD. Diese Mischung kann Zusatzerträge bringen, erhöht aber auch die Komplexität. Besonders wichtig: Der Fonds darf ausdrücklich auch in Anleihen ohne Investment Grade oder ohne Rating investieren. Genau das sieht man auch im Bestand. Es finden sich zahlreiche höher verzinsliche Emissionen, darunter Nachrangtitel, Hybridanleihen und Titel von Emittenten mit erhöhtem Risikoprofil. Damit ist die Rendite nicht nur Ergebnis eines allgemeinen Zinsniveaus, sondern auch eine Vergütung für Kredit- und Bonitätsrisiken.
Das ist der zentrale Punkt der Anlegeranalyse: Der Fonds wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Rentenfonds, ist in Wahrheit aber eher ein chancenorientierter, kreditlastiger Multi-Segment-Anleihefonds. Die laufenden Zinserträge sind stark: Die ordentlichen Erträge beliefen sich auf rund 639 Tsd. EUR, der ordentliche Nettoertrag auf gut 519 Tsd. EUR. Das zeigt, dass der Fonds aus dem Kuponertrag heraus substanziell verdient. Auch das realisierte Ergebnis war positiv. Auf der anderen Seite war das nicht realisierte Ergebnis negativ, weil sich unrealisierte Verluste stärker veränderten als die unrealisierte Gewinnseite. Das deutet darauf hin, dass Teile des Portfolios zwar hohe Coupons liefern, marktseitig aber mit Risikoabschlägen bewertet werden.
Ein genauer Blick in die Positionen bestätigt diesen Eindruck. Neben soliden Namen wie Bundesrepublik Deutschland, Norwegen, Bayerische Landesbank, REWE, Brenntag, Siemens Energy oder Veolia finden sich auch deutlich spekulativere Titel wie etwa Schalke 04, BayWa, ABO Energy, Tele Columbus, Pandion, Waldorf Energy oder andere hochverzinsliche und teils nachrangige Strukturen. Einzelne Bewertungen sind auffällig niedrig, was auf Marktmisstrauen oder bereits gestiegene Ausfallwahrscheinlichkeiten hinweist. Aus Anlegersicht heißt das: Die Diversifikation ist zwar vorhanden, aber sie verteilt eben auch viele kleinere Kreditrisiken, statt das Portfolio primär defensiv auszurichten.
Stark ist wiederum die Kostenstruktur. Die TER von 0,65 % ist für einen aktiv gemanagten Spezialitäten-Rentenfonds nicht hoch. Hinzu kam eine performanceabhängige Vergütung von 0,16 %, was vertretbar erscheint, solange die Nettoleistung stimmt. Für Anleger positiv ist auch, dass keine Derivatepositionen bestanden; das zusätzliche Komplexitäts- und Hebelrisiko aus Derivaten war zum Stichtag also nicht vorhanden. Das macht das Portfolio transparenter, auch wenn die Kreditstruktur selbst schon anspruchsvoll genug ist.
Die Mittelbewegungen sind ebenfalls interessant. Das Fondsvermögen stieg von 13,48 Mio. EUR auf 14,88 Mio. EUR. Neben dem Jahresergebnis gab es also auch Netto-Mittelzuflüsse. Das spricht zumindest dafür, dass Anleger dem Fonds weiterhin Kapital anvertraut haben. Die Ausschüttung von 1,25 EUR je Anteil macht den Fonds zusätzlich für einkommensorientierte Anleger attraktiv. Allerdings sollte man sich davon nicht täuschen lassen: Ausschüttungsstärke ist nicht automatisch gleichbedeutend mit niedrigerem Risiko.
Für einen vorsichtigen Anleger ist entscheidend, dass die größten Risiken nicht in der Zinsseite allein liegen, sondern vor allem in der Bonität der Emittenten, in der Liquidität einzelner Anleihen und in Fremdwährungen. Der Bericht nennt diese Risiken selbst klar. Gerade in Stressphasen können High-Yield- und Nachrangsegmente deutlich stärker schwanken als klassische Staats- oder Investment-Grade-Rentenfonds. Deshalb sollte der Fonds nicht als konservativer “Parkplatz” für Kapital verstanden werden.
Fazit aus Anlegersicht:
Der SMS Ars multizins hat 2025 ein solides Ergebnis geliefert und profitiert von aktivem Management, breiter Streuung und attraktiven laufenden Kupons. Die Kehrseite ist jedoch ein spürbar erhöhtes Kredit- und Spezialrisiko im Portfolio. Für Anleger, die mit einem aktiven, ertragsorientierten Rentenfonds leben können und Schwankungen im High-Yield-/Nachrangbereich akzeptieren, wirkt der Fonds interessant. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger ist er dagegen nur eingeschränkt geeignet, weil die Erträge sichtbar mit erhöhtem Ausfall- und Bewertungsrisiko erkauft werden.
Kurzurteil:
Attraktiv für renditeorientierte Anleiheanleger mit Risikobewusstsein – kein defensiver Standard-Rentenfonds.