Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht des Global ETFs Portfolio ein insgesamt positives, aber nicht risikoloses Bild. Der Fonds konnte im Geschäftsjahr bis zum 30. November 2025 in beiden Anteilklassen zulegen, wobei die EUR-Anteilklasse mit +5,34 % deutlich besser abschnitt als die CHF-Anteilklasse mit +2,71 %. Der Unterschied macht bereits einen der wichtigsten Punkte für Anleger sichtbar: Währungsrisiken spielen hier eine relevante Rolle.
Positiv hervorzuheben ist zunächst das deutliche Wachstum des Fondsvolumens. Das gesamte Fondsvermögen stieg auf rund 125,0 Mio. EUR, nachdem insbesondere in der EUR-Anteilklasse starke Nettozuflüsse verzeichnet wurden. Allein dort flossen dem Fonds netto über 41,5 Mio. EUR zu. Das spricht dafür, dass der Fonds im Markt angenommen wird und Anleger Vertrauen in das Konzept haben. Ein steigendes Fondsvolumen kann zudem Vorteile bei der operativen Stabilität und Kosteneffizienz bringen.
Die Anlagestruktur ist klar aktienorientiert und bleibt trotz taktischer Umschichtungen nachvollziehbar. Rund 96,5 % des Fondsvermögens sind in ETFs investiert. Regional liegt der Schwerpunkt auf globalen und europäischen Aktienmärkten, ergänzt um Positionen in Großbritannien, Asien, Deutschland und einen europäischen Staatsanleihen-ETF. Die größten Einzelpositionen sind unter anderem der SPDR S&P 500 Leaders ETF (15,49 %), der L&G US Equity ETF (11,75 %), der Vanguard FTSE 100 ETF (11,63 %) sowie der Vanguard EUR Eurozone Government Bond ETF (11,56 %). Daraus lässt sich ableiten, dass der Fonds zwar breit gestreut ist, aber dennoch einen klaren Schwerpunkt auf entwickelte Aktienmärkte besitzt.
Aus Investorensicht ist die aktive Steuerung innerhalb eines ETF-Mantels ein zentrales Merkmal. Der Fonds ist kein rein passiver Buy-and-Hold-Ansatz, sondern wurde im Berichtszeitraum aktiv umgeschichtet. Das Management hat zunächst auf Unsicherheiten durch Zollpolitik, globale Spannungen und Bewertungsrisiken im Technologiesektor reagiert und das Portfolio defensiver ausgerichtet. Später wurde nach der Markterholung die Aktienquote wieder erhöht. Diese Flexibilität kann ein Vorteil sein, wenn das Management Marktphasen richtig einschätzt. Gleichzeitig bedeutet sie aber auch, dass die Wertentwicklung stärker von der Qualität der taktischen Entscheidungen abhängt als bei einem rein passiven Welt-ETF.
Kritisch betrachten sollte man die Risikoseite. Der Fonds ist trotz der Beimischung von Anleihen eindeutig marktabhängig. Die Berichtspassage macht klar, dass die wesentlichen Risiken in Marktpreis-, Zins- und Währungsrisiken liegen. Besonders die US-Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro hat belastet. Für Anleger ist das wichtig, weil der Fonds internationale Märkte abbildet, Währungsbewegungen aber offenbar nicht vollständig neutralisiert. Wer in der CHF-Anteilklasse investiert ist, hat zusätzlich eine andere Referenzwährung und damit nochmals eine andere Ertragswahrnehmung. Das erklärt mit, warum die CHF-Klasse deutlich schwächer abschnitt als die EUR-Klasse.
Positiv ist, dass Adressausfall- und Liquiditätsrisiken laut Bericht als nicht wesentlich eingeschätzt wurden. Das ist plausibel, da der Fonds über liquide, börsengehandelte ETFs investiert und keine auffälligen Kredit- oder Einzeltitelrisiken eingeht. Auch der Einsatz von Derivaten scheint sehr begrenzt zu sein. Das Derivate-Exposure diente im Wesentlichen Währungstermingeschäften; der Bestand an Derivaten war zum Stichtag praktisch bedeutungslos. Für konservativere Anleger ist das ein beruhigender Punkt, weil der Fonds nicht durch komplexe Derivatestrukturen zusätzlich intransparent wird.
Bei den Kosten fällt das Bild gemischt aus. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,85 % für die EUR-Klasse und 0,45 % für die CHF-Klasse. Für einen ETF-Dachfonds ist das nicht extrem hoch, aber auch nicht günstig, wenn man bedenkt, dass auf Fondsebene zusätzlich bereits ETFs mit eigenen Verwaltungsvergütungen gehalten werden. Anleger zahlen also für die aktive Allokationsebene oberhalb der ETF-Kosten mit. Wer einfach nur möglichst billig global investieren will, findet am Markt günstigere Alternativen. Wer dagegen Wert auf aktive Umschichtungen, ETF-Selektion und Risikosteuerung legt, kann die Kosten eher akzeptieren.
Auffällig ist außerdem die Wertentwicklung im Mehrjahresvergleich. Die EUR-Anteilklasse stieg von 127,15 EUR je Anteil Ende 2022 auf 171,86 EUR Ende 2025. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch sollte man daraus nicht automatisch auf dauerhaft überdurchschnittliche Erträge schließen, denn ein Teil dieser Entwicklung fiel in eine insgesamt freundliche Aktienmarktphase. Entscheidend wird sein, wie robust sich das Konzept in schwierigeren Marktphasen bewährt.
Ein weiterer Punkt, den Anleger im Auge behalten sollten, ist der Wechsel der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Das Sondervermögen wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 2025 an die HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH übertragen. Das ist nicht zwangsläufig negativ, aber bei solchen Veränderungen lohnt es sich, künftig besonders auf Kontinuität in Strategie, Kosten und Managementprozessen zu achten.
Fazit aus Anlegersicht:
Das Global ETFs Portfolio wirkt wie ein solider, aktiv gesteuerter ETF-Dachfonds mit breiter Streuung und ordentlicher Jahresperformance, insbesondere in der EUR-Anteilklasse. Stärken sind die klare Struktur, das gewachsene Fondsvolumen, die breite Diversifikation und die nachvollziehbare taktische Steuerung. Schwächen beziehungsweise Risiken liegen in der starken Aktienmarktabhängigkeit, der spürbaren Währungssensitivität und einer Kostenbelastung, die über einem einfachen passiven ETF-Portfolio liegt. Für Anleger, die eine aktiv gemanagte ETF-Lösung mit langfristigem Fokus suchen, kann der Fonds interessant sein. Für sehr kostenbewusste oder stark sicherheitsorientierte Anleger dürfte er hingegen nur bedingt die erste Wahl sein.