Der Jahresabschluss 2024 der 109. WestWind Windpark GmbH & Co. KG zeigt eine vergleichsweise kleine, überschaubare Projektgesellschaft im Windenergiesektor. Keine spektakulären Ausschläge, keine dramatischen Veränderungen – aber auch kein großer Puffer. Für Anleger ist es ein typischer Fall von: stabil wirkend, aber strukturell stark fremdfinanziert.
Bilanzsumme sinkt moderat
Die Bilanzsumme reduziert sich von 2,27 Mio. Euro auf 1,99 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 273.000 Euro. Ein Teil davon ist auf planmäßige Abschreibungen im Anlagevermögen zurückzuführen: Dieses sinkt von 1,60 Mio. Euro auf 1,37 Mio. Euro. Das passt zu einem laufenden Windparkbetrieb mit linearem Werteverzehr.
Umlaufvermögen leicht rückläufig
Das Umlaufvermögen sinkt leicht von 658.000 Euro auf 615.000 Euro. Besonders auffällig ist der Rückgang der Forderungen an Gesellschafter von 327.000 Euro auf 228.000 Euro. Das bedeutet: Die Gesellschaft hat offenbar einen Teil ihrer Forderungen gegenüber den Gesellschaftern reduziert. Aus Anlegersicht ist das grundsätzlich positiv, weil Liquidität nicht mehr in gleicher Höhe intern gebunden ist.
Eigenkapital unverändert – Puffer bleibt begrenzt
Das Eigenkapital beträgt weiterhin 563.000 Euro. Bei einer Bilanzsumme von knapp 2 Mio. Euro entspricht das einer Eigenkapitalquote von rund 28 Prozent. Das ist im Vergleich zu vielen Windparkgesellschaften durchaus solide.
Allerdings ist kein Bilanzgewinn ausgewiesen. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa vollständige Ergebnisverwendung oder eine Struktur, bei der Gewinne direkt auf Gesellschafterebene zugewiesen werden. Für externe Anleger bedeutet das: Die Gesellschaft selbst baut kein zusätzliches Polster auf.
Rückstellungen sinken
Die Rückstellungen gehen von 137.417 Euro auf 95.984 Euro zurück. Das ist kein dramatischer Betrag, zeigt aber, dass gewisse Verpflichtungen entweder abgewickelt oder neu bewertet wurden. In der Größenordnung ist das für die Gesamtstruktur nicht entscheidend.
Verschuldung sinkt – Laufzeiten überschaubar
Die Verbindlichkeiten reduzieren sich von 1,51 Mio. Euro auf 1,28 Mio. Euro. Besonders relevant ist die Laufzeitenstruktur:
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Kurzfristig (bis 1 Jahr): 257.367 Euro
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Langfristig: 1,02 Mio. Euro
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Davon über 5 Jahre: nur 113.780 Euro
Das ist eine relativ ausgewogene Struktur. Der Anteil extrem langfristiger Verbindlichkeiten ist deutlich gesunken (Vorjahr noch 341.500 Euro). Das deutet auf Tilgung oder Umschichtung hin.
Allerdings sind Verbindlichkeiten in Höhe von 1,25 Mio. Euro durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert. Für Anleger bedeutet das: Die wesentlichen Vermögenswerte sind kreditseitig gebunden. Im Krisenfall hätte die Bank klaren Zugriff.
Latente Steuern – kein großer Hebel
Aktive und passive latente Steuern bewegen sich auf niedrigem Niveau (9.173 Euro aktiv, 53.771 Euro passiv). Das spielt für die Gesamtrisikobetrachtung nur eine untergeordnete Rolle.
Keine Mitarbeiter – klassisches SPV-Modell
Die Gesellschaft beschäftigt keine Mitarbeiter. Das ist für Windparkgesellschaften typisch. Betrieb, Wartung und kaufmännische Verwaltung erfolgen meist über externe Dienstleister oder Konzernstrukturen. Für Anleger heißt das: Die Kostenstruktur ist weitgehend vertraglich fixiert und weniger personalabhängig.
Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Stärken
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Solide Eigenkapitalquote von rund 28 Prozent
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Sinkende Gesamtverschuldung
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Geringer Anteil sehr langfristiger Schulden
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Reduzierte Forderungen gegenüber Gesellschaftern
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Keine Auffälligkeiten bei Bewertungsmethoden
Kritische Punkte
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Keine sichtbare Eigenkapitalstärkung durch Gewinnthesaurierung
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Hoher Sicherheitenanteil zugunsten von Kreditgebern
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Kleine Bilanz – daher anfälliger für Schwankungen bei Erträgen oder Reparaturkosten
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Keine detaillierte GuV-Offenlegung (typisch für Kleinstgesellschaften, aber begrenzt die Transparenz)
Fazit
Die 109. WestWind Windpark GmbH & Co. KG präsentiert sich als vergleichsweise schlank strukturierte Windparkgesellschaft mit moderater Verschuldung und ordentlicher Eigenkapitalquote. Es gibt keine offensichtlichen Stresssignale in der Bilanz 2024.
Gleichzeitig bleibt es ein kleines, stark projektabhängiges Vehikel: Die Stabilität hängt im Wesentlichen an der kontinuierlichen Stromproduktion und planmäßigen Tilgung der Verbindlichkeiten. Für Anleger mit Fokus auf risikoarme Infrastrukturprojekte wirkt die Struktur solide, aber ohne großen Puffer für unerwartete technische oder regulatorische Belastungen.