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KirAc Stiftungsfonds alpha – defensiver ESG-Mischfonds mit niedriger Rendite bei spürbarem Zins- und Liquiditätsprofil

geralt (CC0), Pixabay

1) Fondsprofil und Anlegernutzen (Was bekomme ich als Investor?)

Der KirAc Stiftungsfonds alpha ist ein weltweit anlegender Mischfonds mit klarer Struktur: mindestens 51% verzinsliche Wertpapiere, max. 30% Aktien/Aktienfonds. Zusätzlich ist der Fonds nicht an eine Benchmark gebunden, kann also die Risikoquote flexibel steuern (zyklisch/antizyklisch). Das macht ihn grundsätzlich geeignet für Anleger, die Stabilität und Kapitalerhalt/Moderate Schwankungen priorisieren – allerdings nicht für diejenigen, die in einem Jahr mit anspruchsvollem Kapitalmarktumfeld zwingend eine attraktive Realrendite erwarten.

2) Portfolioaufbau zum Stichtag (31.10.2025)

Asset Allocation (Fondsvermögen ~ 12,0 Mio. EUR):

Renten gesamt: ~68,5% (EUR 63,1% + Fremdwährung 5,4%)

Aktien gesamt: ~28,1% (EUR 9,0% + Fremdwährung 19,0%)

Liquidität/sonstiges: ~3,6%

Derivate: gering (netto -0,14%), v. a. zur Währungs-/Marktsteuerung

Konzentration / Risikotreiber:

Die größten Einzelpositionen sind überwiegend hochgewichtete Anleihen (u. a. supranationale Emittenten und Euro-Staatsanleihen, mit langen Laufzeitenanteilen erkennbar, z. B. 2043/2054).

Auf der Aktienseite ist der Schwerpunkt global (u. a. USD-Titel), was Renditechancen bringt, aber Währungsrisiko erhöht.

Interpretation aus Anlegersicht:
Der Fonds wirkt klassisch defensiv, aber nicht „ultra-kurz“: Der spürbare Anteil an längeren Laufzeiten (z. B. Staatsanleihen bis 2043/2054) bedeutet: Bei steigenden Zinsen kann der Fonds trotz „Rentenfokus“ im Kurs unter Druck kommen. Gleichzeitig stabilisieren Kupons/Carry bei seitwärts oder fallenden Zinsen.

3) Wertentwicklung & Risikoqualität

Performance Geschäftsjahr: +0,52%

Ø Volatilität: 4,55%

Das ist ein ruhiges Risikoprofil (niedrige Schwankung), aber die Rendite war im Verhältnis dazu sehr mager. Für Stiftungs- oder konservative Anleger ist entscheidend: Ob die Ausschüttung/ordentliche Erträge den Zweck erfüllen und ob die Rendite nach Kosten und Inflation „reicht“.

Ertragslage (ordentliche Erträge vs. Marktbewegungen):

Ordentlicher Nettoertrag: 177.517 EUR (positiv)

Realisiertes Ergebnis: 726.896 EUR, davon Veräußerungsergebnis 549.379 EUR

Nicht realisiertes Ergebnis: -579.313 EUR

Ergebnis des Geschäftsjahres: 147.583 EUR

Lesart: Operativ verdient der Fonds Geld (Zinsen/Dividenden minus Kosten). Gleichzeitig gab es Buchwertbelastungen (vermutlich zinsbedingt bei Anleihen bzw. marktbedingt) – unterm Strich bleibt nur ein kleiner Jahreszuwachs.

4) Ausschüttungspolitik (Cashflow für Anleger)

Gesamtausschüttung: 0,10 EUR je Anteil (insgesamt 26.039,50 EUR)

Für Ausschüttung verfügbar: 2,79 EUR je Anteil, aber 2,69 EUR je Anteil wurden vorgetragen.

Interpretation:
Die Ausschüttung ist sehr konservativ (niedrig), obwohl realisierte Erträge vorhanden waren. Das passt zu einem Ansatz, der Substanz stabilisieren will (z. B. nach Marktwertverlusten). Für Anleger, die laufende Erträge benötigen, kann das zu wenig sein.

5) Mittelbewegungen & Größenentwicklung (wichtiger Punkt!)

Das Fondsvermögen sank von 28,49 Mio. EUR auf 12,00 Mio. EUR. Haupttreiber:

Netto-Mittelabfluss (Rücknahmen): -16,74 Mio. EUR

Warum das relevant ist:
Starke Rückgaben können das Management zwingen,

Positionen zu ungünstigen Zeitpunkten zu verkaufen,

Liquidität höher zu halten oder Portfolio umzubauen,

Transaktionskosten zu erhöhen (hier aber moderat).

Das ist kein „Fehler“, aber für verbleibende Anleger ist es ein Struktur- und Stabilitätsfaktor, den man beobachten sollte (Skaleneffekte, Kostenquote, Handelbarkeit).

6) Kosten & Effizienz

Gesamtkostenquote (TER, ohne Performance Fee & Transaktionskosten): 0,63%

Transaktionskosten: 29.059 EUR

Keine Ausgabe-/Rücknahmeaufschläge im Zeitraum

Einordnung:
0,63% ist für einen aktiv gemanagten, ESG-gefilterten Mischfonds ordentlich/relativ effizient. Bei einer Jahresrendite von 0,52% sieht man aber: In schwachen Jahren „frisst“ die Kostenbasis einen großen Teil der Bruttorendite auf – Anleger müssen also akzeptieren, dass der Fonds primär Risikomanagement liefert, nicht Rendite-Maximierung.

7) Nachhaltigkeit (Artikel-8-Charakter, aber mit klaren Grenzen)

Mindestens 75% unter Nachhaltigkeitsfilter in Kooperation mit Bistum Aachen

Ausschlusskriterien (u. a. kontroverse Branchen, Kohle/Öl-Grenzen; fossile Energie stark limitiert)

Bericht: Merkmale „voll erfüllt“, keine Verstöße festgestellt (interne Prüfung; keine externe Validierung)

Anteil „nachhaltige Investitionen“ ausgewiesen mit 24,24%, EU-Taxonomie-Anteil 6,14%; keine Investitionen in taxonomiekonformes fossiles Gas/Kernenergie

Anlegersicht:
ESG ist hier nicht nur Marketing, sondern wirkt als harte Restriktion im investierbaren Universum. Das kann

Risiken reduzieren (Kontroversen, regulatorischer Druck),

aber auch Renditechancen begrenzen (z. B. bei Energiezyklen).
Wichtig: Die Messung stützt sich u. a. auf Daten von MSCI ESG Research LLC; Taxonomie-Daten sind nicht extern geprüft.

8) Risikoprofil (was kann schiefgehen – konkret für diesen Fonds)

Die allgemeinen Risiken sind aufgeführt; für dieses Portfolio stechen besonders heraus:

Zinsänderungsrisiko (hoch relevant):
Durch den großen Rentenanteil und erkennbar längere Laufzeiten kann ein erneuter Zinsanstieg zu Kursverlusten führen.

Währungsrisiko (mittel relevant):
Aktien- und teilweise Rentenpositionen in Fremdwährungen; es gab Währungsderivate (USD/EUR-Terminkontrakte). Absicherung ist da, aber nicht kostenlos und nicht perfekt.

Liquiditäts-/Flow-Risiko (mittel):
Große Mittelabflüsse im Jahr – wenn das anhält, kann das Portfolio „defensiver“ werden oder Renditepotenzial verlieren.

Aktienmarktrisiko (begrenzt, aber vorhanden):
Knapp 28% Aktienquote kann in Stressphasen dennoch spürbar durchschlagen.

9) Wesentliche Änderungen im Berichtszeitraum

Anpassung Bankguthabenquote (bis 25% möglich)

Einführung eines Kündigungsrechts der KVG gegenüber einzelnen Anlegern (u. a. US-Personen/Sanktionsliste) – regulatorisch nachvollziehbar, aber als Anleger sollte man solche Klauseln kennen.

Kostenklausel angepasst; zudem Deckelung der entnehmbaren Vergütungen insgesamt bis 0,869% p. a. des durchschnittlichen NAV in der Abrechnungsperiode.

10) Fazit: Für wen passt der Fonds – und welche Fragen sollte man vor Investment klären?

Passt tendenziell für:

konservative Anleger/Stiftungen, die ESG/wertebasiertes Mandat wünschen,

Anleger, die niedrige Schwankung akzeptieren und Rendite eher als „zweitrangig“ sehen,

Investoren, die eine Rentenlastigkeit mit begrenzter Aktienbeimischung wollen.

Weniger passend für:

Anleger mit Fokus auf Realrendite und spürbaren Vermögensaufbau,

Investoren, die hohe Ausschüttungen erwarten,

Anleger, die keine Zinsrisiken über längere Laufzeiten tragen möchten.

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