Frauen verdienen in Deutschland weiterhin deutlich weniger als Männer. Wie das Statistisches Bundesamt mitteilt, lag der sogenannte Gender Pay Gap im vergangenen Jahr bei 37 Prozent – und damit auf dem gleichen hohen Niveau wie im Jahr zuvor.
Deutliche Unterschiede bei Arbeitszeit
Ein zentraler Grund für die anhaltende Lohnlücke ist die unterschiedliche Arbeitszeit. Männer arbeiteten im vergangenen Jahr durchschnittlich gut 34 Stunden pro Woche, Frauen hingegen nur knapp 28 Stunden. Der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen wirkt sich direkt auf das Einkommen aus – und verstärkt langfristig auch Unterschiede bei Karrierechancen und Rentenansprüchen.
Strukturelle Ursachen bleiben bestehen
Neben der Arbeitszeit spielen weitere Faktoren eine Rolle: Frauen sind häufiger in schlechter bezahlten Branchen tätig, übernehmen öfter unbezahlte Care-Arbeit und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger für Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Führungspositionen sind weiterhin überwiegend mit Männern besetzt – was das durchschnittliche Einkommensniveau zusätzlich verzerrt.
Politische Debatte bleibt aktuell
Trotz gesetzlicher Regelungen zur Entgelttransparenz und Initiativen für mehr Gleichstellung bleibt die Lohnlücke hartnäckig bestehen. Fachleute sehen Handlungsbedarf vor allem bei der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beim Ausbau der Kinderbetreuung sowie bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen.
Solange sich an den strukturellen Rahmenbedingungen wenig ändert, dürfte sich der Gender Pay Gap nur langsam verringern – wenn überhaupt.