Mehr als drei Jahrzehnte nach einem grausamen Verbrechen in Koblenz ist ein Tatverdächtiger gefasst worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde am Montag ein 81-jähriger Deutscher in der Nähe von Koblenz festgenommen. Er steht unter dringendem Verdacht, im Jahr 1994 die 24-jährige US-Amerikanerin Amy Lopez getötet zu haben.
Die junge Frau war am 26. September 1994 unterhalb der Festung Ehrenbreitstein tot aufgefunden worden. Kinder hatten die Leiche entdeckt. Nach damaligen Ermittlungen war die Touristin schwer misshandelt worden. Sie wies massive Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche sowie Spuren von Strangulation auf. Zudem war sie weitgehend entkleidet. Die Polizei ging von einem Sexualverbrechen aus.
Neue Spuren durch moderne Methoden
Der Fall galt lange als ungelöst. Erst durch die erneute Auswertung von Asservaten mit modernen kriminaltechnischen Methoden kam Bewegung in die Ermittlungen. Im Jahr 2024 waren an sichergestellten Beweisstücken männliche DNA-Spuren festgestellt worden.
Bereits im September 2025 hatten die Ermittler im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung Fotos von Gegenständen veröffentlicht, die der Täter möglicherweise an sich genommen hatte. Damals war von einem Täterprofil die Rede, das von einem Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren ausging, ohne persönlichen Bezug zum Opfer, jedoch mit möglichen Vorerkenntnissen im Bereich Gewalt- oder Sexualdelikte.
Haftbefehl erlassen
Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse erließ ein Richter Haftbefehl gegen den nun festgenommenen Mann. Zu den Details der Beweislage äußerten sich die Ermittler zunächst nicht. Weitere Informationen sollen auf einer angekündigten Pressekonferenz bekannt gegeben werden.
Mit der Festnahme hoffen die Behörden, eines der langwierigsten ungeklärten Gewaltverbrechen der Region aufklären zu können.