Dark Mode Light Mode

Acht Jahre Haft für Polizei-Mitarbeiter: Gericht verurteilt IT-Spezialisten wegen Kindesmissbrauchs

Activedia (CC0), Pixabay

Ein ehemaliger IT-Mitarbeiter der Polizei Dortmund ist vom Landgericht Dortmund wegen sexuellen Missbrauchs sowie wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden. Damit ging das Gericht sogar über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Strafe von siebeneinhalb Jahren beantragt hatte.

Der 43-jährige Jan Hendrik B. hatte die Vorwürfe im Prozess weitgehend gestanden. Nach eigenen Angaben tauschte er über Jahre hinweg im Darknet Dateien mit anderen Nutzern aus. Dabei konnte er nicht ausschließen, dass sich darunter auch Material befand, das im Rahmen polizeilicher Ermittlungen beschlagnahmt worden war und zu dem er durch seine berufliche Tätigkeit Zugang hatte.

Besonders erschütternd waren laut Gericht einige der sichergestellten Inhalte. Der Vorsitzende Richter sprach in der Urteilsbegründung von Darstellungen, die teilweise schwersten sexuellen Missbrauch von Säuglingen und Kleinkindern zeigen. In drei Fällen fertigte der Angeklagte zudem selbst Aufnahmen an, darunter Bilder von Mädchen beim Schwimmen sowie eines Kleinkindes beim Wickeln.

Die Ermittlungen begannen, nachdem Cybercrime-Ermittler der Staatsanwaltschaft Köln den Mann als Teil eines pädokriminellen Netzwerks identifiziert hatten. Im März 2025 wurde er schließlich von Spezialeinsatzkräften an seinem Wohnort festgenommen. Bei Durchsuchungen seiner Wohnung, seines Arbeitsplatzes und seines früheren Kinderzimmers stellten Ermittler umfangreiche Datenträger sicher.

Ein psychiatrischer Sachverständiger bescheinigte dem Angeklagten eine pädophile und voyeuristische Störung, stellte jedoch fest, dass seine Schuldfähigkeit vollständig erhalten war. Bei der Verkündung des Urteils zeigte sich der Angeklagte emotional und verbarg sein Gesicht in den Händen.

Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig.

Unabhängig vom Strafverfahren wurde der Mann bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Dienst suspendiert und später aus dem Polizeidienst entlassen. Der damalige Dortmunder Polizeipräsident erklärte, dass Straftäter dieser Art keinen Platz bei der Polizei hätten, deren Aufgabe es sei, Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Unerwarteter Jobrückgang in den USA: Arbeitsmarkt verliert im Februar 92.000 Stellen

Next Post

Windpark GmbH & Co. Duben KG: Solide Substanz, aber hoher Schuldenrucksack bleibt das zentrale Risiko