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Flossbach von Storch – Fundament: Stabile Qualitätsausrichtung – aber im Berichtsjahr Rendite durch Währung & Marktbreite „weggefiltert“

geralt (CC0), Pixabay

1) Was Anleger hier tatsächlich kaufen: Feeder mit fast 1:1-Durchleitung in den Master

Der Teilfonds Flossbach von Storch Invest S.A. Flossbach von Storch – Fundament ist ein Feederfonds und investiert mindestens 85%, faktisch zum Stichtag 99,57%, in den Masterfonds Flossbach von Storch – Global Quality (Anteilklasse MT).
Konsequenz für Anleger: Die Wertentwicklung hängt nahezu vollständig von (a) der Aktienauswahl im Master und (b) der Kostenstruktur der jeweiligen Anteilklasse ab; der Feeder selbst hat kaum „eigenes“ Portfolio-Risiko.

2) Marktumfeld im Geschäftsjahr: starke Indexrendite – aber sehr konzentriert und währungsgetrieben

Der Bericht beschreibt ein Jahr, das stark von Politik-/Volatilitätsschüben (u.a. Wahlkampf und Zollrhetorik um Donald Trump) und anschließend von KI-Euphorie geprägt war. Der Weltaktienmarkt (MSCI World) legte in EUR +11,4% zu, gleichzeitig wertete der USD gegen EUR über die Periode ca. -5,1% ab.
Anlegerlesart: Wer als Euro-Anleger US-Aktien hält, kann trotz steigender Kurse durch USD-Schwäche „abgebremst“ werden. Zusätzlich betont der Bericht die ungewöhnlich hohe Marktkonzentration (wenige Mega-Caps treiben Indizes) – das begünstigt Fonds, die stark in diese Titel investiert sind, und benachteiligt Strategien, die breiter/defensiver diversifizieren oder bestimmte Überbewertungen meiden.

3) Performance: leicht negativ/flat – deutlich hinter dem Index, aber erklärbar

Wertentwicklung 01.10.2024–30.09.2025:

Fundament IT: +0,01%

Fundament RT: -0,77%

Fundament FT: -0,28%

Das ist nahezu Seitwärts, während der MSCI World klar zulegte. Das muss nicht zwingend „Fehlmanagement“ bedeuten, sondern kann aus drei Faktoren kommen, die im Bericht indirekt sichtbar sind:

Währungsgegenwind (USD-Schwäche) bei gleichzeitig hoher US-Aktiendominanz in globalen Portfolios.

Marktbreite/Indexkonzentration: Wenn wenige Tech-Titel extrem laufen, kann ein Qualitätsansatz mit Bewertungsdisziplin oder anderen Schwerpunkten temporär zurückbleiben.

Kostenunterschiede zwischen Anteilklassen (siehe Punkt 5), die bei geringer Bruttorendite besonders stark durchschlagen.

4) Portfolio & Positionierung: fokussiert, hohe Aktienquote, 50 Einzeltitel im Master

Zum Ende des Geschäftsjahres war der Master zu 98,3% in Aktien investiert, verteilt auf 50 Unternehmen. Die fünf größten Positionen waren Microsoft, Berkshire Hathaway, Amazon, Alphabet und Legrand – zusammen rund 18% des Teilfondsvermögens (Durchschau).
Anlegerlesart: Das ist kein Indexfonds, sondern ein konzentrierter Qualitätsfonds mit klaren Schwerpunkten. Das kann langfristig Mehrwert bringen, führt aber in einzelnen Jahren zu deutlicher Abweichung vom Index (Tracking Difference/Tracking Error).

Beitragslieferanten / Bremsen (Master):

Positiv: Amphenol, Legrand (Rechenzentrums-/Datacenter-Nachfrage), Alphabet, Charles Schwab

Negativ: Danaher, Coloplast, Accenture, Symrise
Anlegerlesart: Die Gewinner passen zum KI-Infrastruktur-/Datacenter-Thema; die Verlierer sind eher „Qualitätswerte“, bei denen Erwartungen, Margen oder Wachstumsraten im Jahr enttäuscht haben können – typisch für ein Umfeld, in dem der Markt sehr selektiv ist.

5) Kosten sind ein zentraler Renditetreiber – besonders bei niedriger Bruttorendite

Gesamtkostenquote (TER) im Berichtsjahr:

IT: 0,81%

FT: 1,11%

RT: 1,61%

Zusätzlich: Ausgabeaufschlag aktuell 5% (einmalig beim Kauf, je nach Vertriebsweg relevant).
Anlegerlesart (praktisch):

Bei einer Jahresrendite „um 0%“ ist eine TER von 1%+ die Hauptursache dafür, dass Nettoergebnisse leicht negativ wirken.

Die RT-Klasse ist signifikant teurer; bei gleicher Master-Performance hat sie einen strukturellen Nachteil.

Wer langfristig investiert, sollte sehr bewusst die Anteilklasse und den Kaufweg (Ausgabeaufschlag ja/nein, Rabatte) prüfen.

6) Kapitalflüsse & Fondsvolumen: Rückgaben belasten zwar nicht die Performance direkt, sind aber ein Signal

In allen Anteilklassen gab es Mittelabflüsse (Rücknahmen), besonders stark in FT. Der Feeder hält aber fast nur Masteranteile plus sehr geringe Liquidität (0,47% Bankguthaben).
Anlegerlesart: Abflüsse sind nicht automatisch schlecht, können aber anzeigen, dass Anleger nach einer Phase schwächerer relativer Performance umschichten. Für verbleibende Anleger ist wichtig, dass Liquiditäts- und Prozessrisiken als unauffällig beschrieben werden.

7) Risikoprofil: Aktienfonds (Marktpreisrisiko dominant), Derivate praktisch nicht genutzt

Marktpreisrisiken waren durchgehend vorhanden (logisch bei ~98% Aktien im Master).

Fremdwährungsrisiken existieren (außerhalb EUR), auch wenn der Feeder in EUR bilanziert.

Derivateexposure: 0,00 (kein Derivateeinsatz im Berichtsjahr).
Anlegerlesart: Das ist ein „klassischer“ aktiver Aktienfonds: Rendite kommt aus Aktienauswahl, nicht aus Derivatehebeln. Schwankungen sind normal; entscheidend ist, ob man die Strategie langfristig tragen will.

8) Nachhaltigkeit (SFDR): Artikel-8 ja, aber kein „Impact“-Fonds

Master und Feeder sind Artikel-8 (ökologische/soziale Merkmale), ohne nachhaltige Investitionen als Ziel. Es werden Ausschlüsse (u.a. kontroverse Waffen, Tabak, Kohle, bestimmte Rüstungsschwellen) und Engagement beschrieben; taxonomiekonforme Investitionen: 0%.
Anlegerlesart: Das Produkt ist eher „ESG-integriert/ESG-Screening“ als „Impact/Artikel 9“. Wer „strikt grün“ erwartet, sollte das so einordnen.

9) Prüfungsvermerk: formale Ordnungsmäßigkeit bestätigt

Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH erteilt ein Prüfungsurteil ohne Beanstandungen zur Ordnungsmäßigkeit nach KAGB/KARBV.
Anlegerlesart: Das sagt nichts über künftige Rendite, erhöht aber die Verlässlichkeit der berichteten Zahlen.

Fazit aus Anlegersicht

Strategie & Umsetzung: Klarer, fokussierter Qualitäts-Aktienansatz (via Master) mit hoher Aktienquote und begrenzter Titelanzahl – geeignet für Anleger, die langfristig Qualitätsaktien halten wollen und temporäre Underperformance akzeptieren.

Berichtsjahr 2024/25: Netto nahezu Seitwärts, trotz starkem Indexjahr – plausibel durch USD-Gegenwind, Indexkonzentration und Kosten.

Wichtigster Hebel für Sie als Anleger: Anteilklasse und Kosten (IT am günstigsten, RT am teuersten; Ausgabeaufschlag beachten).

Erwartungsmanagement: Kein „Index-Mitläufer“, sondern aktive Abweichungen – in Boomphasen einzelner Marktsegmente kann das belasten, in breiteren/defensiveren Marktphasen kann es sich auszahlen.

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