Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Emmendorf GmbH & Co. KG zeigt ein wirtschaftlich solides, aber klar im Abschreibungsmodus befindliches Windparkprojekt. Die Bilanz verkleinert sich spürbar – bei gleichzeitig sehr hoher Eigenkapitalquote und niedriger Verschuldung.
Die Bilanzsumme sinkt von 1,85 Mio. Euro auf 1,63 Mio. Euro. Hauptursache ist der Rückgang des Anlagevermögens von 1,36 Mio. Euro auf 1,07 Mio. Euro. Dieser Effekt entspricht den planmäßigen linearen Abschreibungen bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 25 Jahren. Es gibt keine Hinweise auf außerplanmäßige Wertkorrekturen – die Substanz nimmt also erwartungsgemäß ab.
Im Umlaufvermögen fällt auf:
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Forderungen steigen auf 536.813 Euro (Vorjahr: 456.000 Euro)
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Liquide Mittel sinken deutlich auf nur noch 6.840 Euro (Vorjahr: 25.000 Euro)
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Vorräte tauchen erstmals mit 6.492 Euro auf
Die Liquiditätsreserve ist sehr gering. Zwar sind die Forderungen vollständig kurzfristig fällig, dennoch erhöht ein niedriger Kassenbestand grundsätzlich die Abhängigkeit von planmäßigen Zahlungseingängen.
Auf der Passivseite zeigt sich eine ausgesprochen konservative Struktur:
Das Eigenkapital beträgt 1,32 Mio. Euro (Vorjahr: 1,49 Mio. Euro). Bei einer Bilanzsumme von 1,63 Mio. Euro ergibt sich eine Eigenkapitalquote von rund 81 Prozent. Das ist für Projektgesellschaften im Bereich erneuerbare Energien ein sehr solider Wert.
Die Verbindlichkeiten sinken deutlich auf 53.604 Euro (Vorjahr: 113.000 Euro). Es bestehen keine Sicherheiten für Verbindlichkeiten, was auf eine sehr geringe Fremdkapitalbelastung hinweist.
Die Rückstellungen steigen von 65.000 Euro auf 114.605 Euro. Dies könnte auf höhere erwartete Verpflichtungen – etwa aus Instandhaltung oder Rückbau – hindeuten, bleibt aber im absoluten Umfang überschaubar.
Passive latente Steuern gehen von 175.000 Euro auf 135.971 Euro zurück. Sie resultieren aus Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz und stellen keine unmittelbare Liquiditätsbelastung dar.
Ein wichtiger Punkt aus Anlegersicht sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen. Diese belaufen sich auf:
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160.000 Euro aus Wartungs- und Dienstleistungsverträgen
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441.000 Euro aus Pachtverträgen
In Summe rund 601.000 Euro an vertraglichen Verpflichtungen. Diese sind für Windparks typisch und spiegeln die langfristige Kostenstruktur wider.
Einordnung aus Anlegersicht:
Stärken:
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Sehr hohe Eigenkapitalquote
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Geringe Verschuldung
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Keine besicherten Bankverbindlichkeiten
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Konzernanbindung an die Allianz SE, was strukturelle Stabilität signalisiert
Schwächen bzw. Beobachtungspunkte:
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Fortlaufender Substanzabbau durch Abschreibungen
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Sehr geringe Liquiditätsreserve
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Keine sichtbare Wachstums- oder Investitionsdynamik
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Leichter Eigenkapitalrückgang
Der Windpark Emmendorf ist bilanziell solide, aber klar ein reifer Bestandspark ohne erkennbare Expansion. Das Risiko erscheint gering, da kaum Fremdkapital eingesetzt wird. Gleichzeitig sind größere Renditesprünge aus strukturellen Gründen nicht zu erwarten.
Fazit:
Aus konservativer Anlegersicht präsentiert sich die Gesellschaft stabil, nahezu schuldenfrei und gut in einen großen Konzern eingebettet. Wer auf planbare, risikoarme Strukturen setzt, findet hier ein solides Projekt. Wachstumsperspektiven oder Hebelrenditen sind hingegen kaum erkennbar. Die Attraktivität hängt daher maßgeblich von der operativen Stromerzeugung und der langfristigen Erlössituation ab.