Was wie ein exklusives Beauty-Angebot wirkte, entpuppte sich als riskante Untergrundpraxis: In Kellerräumlichkeiten sollen drei Frauen über Monate hinweg illegale Schönheitseingriffe vorgenommen haben – ohne medizinische Ausbildung, ohne behördliche Zulassung und mit teils nicht zugelassenen Medikamenten. Nun ermittelt das Landeskriminalamt Niederösterreich und ruft mögliche Opfer zur Meldung auf.
Verdacht auf systematische illegale Eingriffe
Nach Angaben der Polizei bot das Trio mindestens seit Juli 2025 ästhetische Behandlungen an. Zum Einsatz kamen unter anderem Botox- und Hyaluronsäure-Injektionen – Eingriffe, die normalerweise ausschließlich von qualifizierten Ärzten oder medizinisch geschultem Fachpersonal durchgeführt werden dürfen.
Besonders alarmierend: Nach bisherigen Erkenntnissen wurden auch Narkosemittel verabreicht – ein Eingriff mit potenziell erheblichen Risiken, wenn keine fachgerechte Überwachung erfolgt.
Die Behandlungen fanden nicht in einer medizinischen Einrichtung statt, sondern in privaten Kellerräumen. Trotz dieser Umstände sollen Kundinnen und Kunden teils hohe Summen für die Eingriffe bezahlt haben.
Hausdurchsuchung fördert brisante Funde zutage
Bei einer Hausdurchsuchung stellten Ermittler zahlreiche Substanzen, medizinische Geräte und in Österreich nicht zugelassene Arzneimittel sicher. Die Polizei spricht von einer „umfangreichen Sicherstellung von Beweismitteln“.
Eine 31-jährige Hauptverdächtige wurde festgenommen und befindet sich in der Justizanstalt Wiener Neustadt. Gegen sie wird wegen schweren Betrugs sowie Sozialleistungsbetrugs ermittelt. Zwei mutmaßliche Komplizinnen im Alter von 37 und 60 Jahren wurden angezeigt.
Polizei ruft mögliche Geschädigte zur Meldung auf
Die Behörden gehen davon aus, dass es weitere Betroffene geben könnte. Menschen, die sich dort behandeln ließen und im Anschluss gesundheitliche Probleme entwickelten, sollen sich beim Landeskriminalamt Niederösterreich melden.
Mögliche Beschwerden könnten sein:
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starke Schwellungen oder Entzündungen
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anhaltende Schmerzen
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Taubheitsgefühle
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asymmetrische Gesichtszüge
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allergische Reaktionen
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Kreislaufprobleme nach Sedierung
Die Ermittler betonen, dass auch scheinbar geringfügige Beschwerden wichtig für die Aufklärung sein können.
Hinweise werden unter der Telefonnummer 059133-30-3333 entgegengenommen.
Wachsender Schwarzmarkt für Schönheitsbehandlungen
Der Fall reiht sich in eine zunehmende Zahl von Ermittlungen gegen illegale Anbieter ästhetischer Eingriffe ein. Der Wunsch nach kostengünstigen oder schnell verfügbaren Behandlungen führt immer häufiger zu Angeboten außerhalb regulierter Praxen.
Experten warnen seit Jahren vor den Gefahren solcher Eingriffe:
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fehlende sterile Bedingungen
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mangelnde medizinische Notfallvorsorge
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Einsatz gefälschter oder nicht geprüfter Präparate
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fehlende Haftung und Nachsorge
Botulinumtoxin (Botox) ist ein stark wirksames Nervengift, das in falscher Dosierung oder bei falscher Anwendung erhebliche Schäden verursachen kann. Auch Hyaluronsäure-Filler bergen Risiken, insbesondere wenn sie unsachgemäß injiziert werden.
Vertrauensbruch mit potenziell schweren Folgen
Für Betroffene kann ein misslungener Eingriff nicht nur gesundheitliche, sondern auch psychische Folgen haben. Gesichtsschäden oder dauerhafte Veränderungen wirken sich oft stark auf Selbstbild und Lebensqualität aus.
Hinzu kommt das Gefühl, Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Viele Geschädigte zögern zunächst, Anzeige zu erstatten – aus Scham oder aus Angst, selbst Fehler gemacht zu haben. Die Polizei betont jedoch, dass mögliche Opfer keinesfalls ein Fehlverhalten trifft.
Ermittlungen stehen erst am Anfang
Wie viele Personen behandelt wurden, welche Summen geflossen sind und ob weitere Beteiligte involviert waren, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch wird geprüft, über welche Kanäle die Behandlungen beworben wurden – etwa über soziale Medien oder Mundpropaganda.
Der Fall aus Wiener Neustadt zeigt einmal mehr, dass vermeintliche Schnäppchen im Bereich ästhetischer Medizin schnell zur Gefahr werden können.
Die Behörden setzen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung – um mögliche Schäden zu erfassen, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen und weitere Risiken zu verhindern.