Der Jahresabschluss 2024 der Windpark Hornisgrinde GmbH & Co. KG zeigt ein insgesamt stabiles, aber leicht rückläufiges Gesamtbild. Die Gesellschaft bleibt eigenkapitalstark, baut Verbindlichkeiten ab – verzeichnet jedoch weiter sinkende Vermögenswerte durch Abschreibungen und einen Rückgang der Liquidität.
Anlagevermögen schrumpft planmäßig
Das Anlagevermögen reduziert sich von 1,48 Mio. Euro auf 1,29 Mio. Euro. Der Rückgang resultiert aus planmäßigen Abschreibungen auf die Windkraftanlagen.
Substanzielle außerordentliche Wertverluste sind nicht erkennbar. Die technische Basis scheint weiterhin intakt, aber naturgemäß alternd.
Rückgang der Liquidität
Das Umlaufvermögen sinkt leicht von 1,10 Mio. Euro auf 1,02 Mio. Euro. Auffällig ist insbesondere:
• Bankguthaben: Rückgang von 1,01 Mio. Euro auf 0,87 Mio. Euro
• Forderungen: Anstieg von 88.000 Euro auf 153.000 Euro
Die Gesellschaft verfügt weiterhin über eine komfortable Liquiditätsausstattung. Dennoch deutet der Rückgang darauf hin, dass Mittel für Tilgungen oder laufende Kosten verwendet wurden.
Eigenkapital weiterhin solide
Das Eigenkapital beträgt 1,21 Mio. Euro (Vorjahr: 1,34 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote liegt bei rund 52 Prozent – ein im Windparksegment durchaus solider Wert.
Ein Bilanzgewinn oder -verlust wird nicht ausgewiesen, was auf ein ausgeglichenes Ergebnis oder eine direkte Verrechnung im Kapital hindeutet.
Die Kommanditanteile sind nahezu vollständig eingefordert, lediglich 500 Euro stehen noch als ausstehende Einlage offen.
Verbindlichkeiten sinken
Die Gesamtverbindlichkeiten gehen von 1,19 Mio. Euro auf 1,03 Mio. Euro zurück. Das ist positiv zu bewerten.
Davon:
• 101.000 Euro kurzfristig
• 933.000 Euro langfristig
Die langfristige Finanzierungsstruktur bleibt stabil. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen 12.500 Euro – ein geringer Betrag im Verhältnis zur Bilanzsumme.
Rückstellungen steigen moderat
Die Rückstellungen erhöhen sich von 52.000 Euro auf 68.825 Euro. Das ist unauffällig und deutet auf vorsichtige kaufmännische Bewertung hin.
Anlegerbewertung: Stabil, aber wachstumsfrei
Positiv:
• Hohe Eigenkapitalquote
• Sinkende Verschuldung
• Solide Liquiditätsbasis
• Keine erkennbare strukturelle Schieflage
Kritisch:
• Fortlaufende Abschreibungen reduzieren Substanz
• Keine erkennbare Wachstumsstrategie
• Leicht sinkende Liquidität
• Ergebnislage nicht transparent im Detail dargestellt
Fazit
Windpark Hornisgrinde präsentiert sich 2024 als finanziell stabile, aber reife Infrastrukturgesellschaft. Die Anlagen werden planmäßig abgeschrieben, die Schulden reduziert und die Eigenkapitalbasis bleibt robust.
Gleichzeitig zeigt der Abschluss keinerlei Expansionsdynamik. Die Gesellschaft scheint sich in einer Phase stabiler Bewirtschaftung ohne strategische Erweiterung zu befinden.
Für Anleger bedeutet das: geringes strukturelles Risiko, aber auch begrenztes Ertragspotenzial – typisch für einen Windpark in einer fortgeschrittenen Betriebsphase.