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Substanzverlust und Strategiewechsel: Kritische Bestandsaufnahme des „Evergreen PDI Yang“ aus Anlegersicht
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Substanzverlust und Strategiewechsel: Kritische Bestandsaufnahme des „Evergreen PDI Yang“ aus Anlegersicht

geralt (CC0), Pixabay

1. Executive Summary

Der Jahresbericht des Fonds Evergreen PDI Yang für den Zeitraum 01.10.2024–30.09.2025 zeigt ein insgesamt enttäuschendes Bild aus Anlegersicht. Die Performance lag bei –0,60 %, während gleichzeitig ein massiver Mittelabfluss von rund –36,8 Mio. EUR stattfand. Das Fondsvolumen schrumpfte von 40,7 Mio. EUR auf 3,0 Mio. EUR – ein Rückgang um über 92 %.

Zum 1. Oktober 2025 erfolgt die Verschmelzung mit dem Fonds „Evergreen Sustainable World Stocks“, was faktisch das Ende des eigenständigen Fonds darstellt.

Aus Investorensicht dominieren drei Kernpunkte:

Starke Abflüsse und Vertrauensverlust

Hohe Volatilität durch derivative Steuerung

Unbefriedigendes Risiko-Rendite-Profil im Berichtsjahr

2. Performance und Ertragslage
2.1 Wertentwicklung

Die Jahresrendite betrug –0,60 %.

Zwar wurde ein positives realisiertes Ergebnis von +316.718 EUR erzielt, dieses wurde jedoch durch hohe nicht realisierte Verluste von –1,34 Mio. EUR mehr als kompensiert.

Das zeigt:

Die aktive Allokationsstrategie war stark marktabhängig.

Bewertungsverluste (insbesondere aus Futures-Positionen) belasteten das Ergebnis erheblich.

2.2 Quellen der Ergebnisse

Positiv:

Realisierte Gewinne aus Futures (815.781 EUR)

Negativ:

Hohe Nettoveränderung nicht realisierter Verluste

Rentenseite blieb hinter Erwartungen zurück (Zinsanstieg)

Die Strategie war auf „Total Return“ mit dynamischer Aktienquote (20–90 %) ausgelegt. Gerade in einem volatilen Marktumfeld führte dies jedoch nicht zu Mehrertrag.

3. Dramatischer Mittelabfluss

Der gravierendste Punkt aus Investorensicht ist der massive Kapitalabzug:

Netto-Mittelabfluss: –36,78 Mio. EUR

Fondsvolumen: von 40,7 Mio. EUR auf 3,0 Mio. EUR

Umlaufende Anteile: von 346.084 auf 25.916 Stück

Das bedeutet:

Institutionelle oder größere Anleger haben das Produkt nahezu vollständig verlassen.

Der Fonds verlor seine wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Die anschließende Verschmelzung erscheint als strukturell notwendige Maßnahme.

Ein solcher Volumenrückgang ist ein starkes Warnsignal für zukünftige Investoren.

4. Portfolio- und Risikostruktur
4.1 Struktur zum Stichtag

Zum 30.09.2025 bestand das Vermögen nahezu ausschließlich aus Bankguthaben (101,53 %).

Das operative Portfolio war faktisch bereits aufgelöst – ein klares Indiz für die bevorstehende Fusion.

4.2 Derivateeinsatz

Durchschnittliche Hebelwirkung: 2,41

Maximaler potenzieller Risikobetrag (VaR): 3,75 %

Die Strategie setzte stark auf Futures (Aktien- und Zinsfutures).
Vorteil: flexible Steuerung
Nachteil: erhöhte Volatilität, Timing-Risiko

Gerade in Phasen schneller Marktkorrekturen (z.B. April 2025) war die dynamische Allokation anspruchsvoll.

5. Kostenstruktur

Gesamtkostenquote (TER): 0,81 %

Transaktionskosten: 35.041 EUR

Die TER ist moderat.
Allerdings relativiert sich das bei:

Negativer Performance

Hoher Umschlagshäufigkeit durch Futures

Geringem Fondsvolumen am Ende

Mit sinkendem Volumen steigt das Fixkostenrisiko.

6. Nachhaltigkeitsprofil

Der Fonds war als Artikel-8-Produkt klassifiziert (ökologische/soziale Merkmale).
Laut Bericht wurden Nachhaltigkeitskriterien verbindlich berücksichtigt (siehe Anhang ab S. 11).

Allerdings:

Keine explizite Impact-Strategie

Keine klar ausgewiesene Outperformance durch ESG-Faktor

Nachhaltigkeit wirkt eher als Filter denn als Renditetreiber

7. Strategische Bewertung aus Anlegersicht
Positiv:

✔ Flexibles Multi-Asset-Konzept
✔ Systematischer, quantitativer Allokationsansatz
✔ Moderate Gesamtkostenquote

Negativ:

✖ Deutlich negativer Mitteltrend
✖ Hohe Abhängigkeit vom Timing
✖ Keine stabile Überrendite
✖ Substanzverlust durch massive Abflüsse
✖ Fonds wird faktisch eingestellt (Verschmelzung)

8. Gesamtfazit für Investoren

Der Evergreen PDI Yang zeigt im Berichtsjahr strukturelle Schwächen:

Die dynamische Futures-Strategie konnte die Marktvolatilität nicht profitabel nutzen.

Bewertungsverluste dominierten trotz positiver Realisationsergebnisse.

Massive Mittelabflüsse führten zur faktischen Auflösung.

Die Verschmelzung markiert das strategische Ende des Produkts.

Aus Anlegersicht war das Risiko-Rendite-Verhältnis im Berichtsjahr unattraktiv.

Die Fondsauflösung bestätigt indirekt:

Das Produkt konnte sich im Wettbewerb nicht behaupten.

Für bestehende Investoren ist nun entscheidend, wie die Strategie im übernehmenden Fonds weitergeführt wird und ob dort strukturelle Verbesserungen erfolgen.

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