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Forscher klären Ursache seltener Impf-Thrombosen auf

jonny_me (CC0), Pixabay

Internationale Wissenschaftler haben entscheidende Hinweise darauf gefunden, warum es in sehr seltenen Fällen nach bestimmten Corona-Impfungen zu schweren Hirnthrombosen kam. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal New England Journal of Medicine, erklären erstmals detailliert den biologischen Mechanismus hinter der Komplikation.

Im Mittelpunkt stehen Vektorimpfstoffe wie Vaxzevria, die während der Pandemie millionenfach eingesetzt wurden. Bei einigen wenigen Geimpften trat das sogenannte Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) auf – eine Kombination aus Blutgerinnseln und gleichzeitigem Mangel an Blutplättchen.

Wie die seltene Nebenwirkung entsteht

Die Studien zeigen, dass die Reaktion nicht durch den eigentlichen Wirkstoff gegen das Coronavirus ausgelöst wird, sondern durch Bestandteile des verwendeten Adenovirus-Vektors. Bei Menschen mit bestimmten genetischen Voraussetzungen kann es in sehr seltenen Fällen zu einer besonderen Immunreaktion kommen:

  • Das Immunsystem bildet Antikörper gegen ein Protein des Adenovirus.
  • Ein Abschnitt dieses Proteins ähnelt einem körpereigenen Gerinnungsfaktor (PF4).
  • Durch eine zufällige Mutation bei der Antikörperbildung können Antikörper entstehen, die fälschlicherweise PF4 angreifen.
  • Dadurch werden Blutplättchen aktiviert, was zur Bildung gefährlicher Blutgerinnsel führen kann.

Diese Kombination aus genetischer Veranlagung und zufälliger Immunreaktion tritt laut Forschern extrem selten auf – weshalb die Nebenwirkung nur bei sehr wenigen Geimpften beobachtet wurde.

Bedeutung für künftige Impfstoffe

Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, zukünftige Vektorimpfstoffe noch sicherer zu machen. Da die kritische Proteinstruktur nun identifiziert wurde, könnten Impfstoffentwickler diese gezielt verändern, um das Risiko weiter zu reduzieren.

Fachleute betonen zugleich, dass Corona-Impfungen insgesamt einen enormen Nutzen hatten und weltweit Millionen Todesfälle verhinderten. Die schweren Thrombose-Komplikationen blieben eine äußerst seltene Ausnahme, die nun wissenschaftlich deutlich besser verstanden wird.

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