1. Performance und relative Einordnung
Der G&W – TREND ALLOCATION – FONDS erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 eine Wertentwicklung von +1,87 % und übertraf damit leicht seine Benchmark (+1,42 %, Xtrackers S&P 500 Equal Weight, EUR-hedged).
Nach einem schwächeren Start profitierte der Fonds insbesondere in der Phase erhöhter Marktvolatilität ab März 2025 (US-Zollpolitik) von seiner Diversifikationsstrategie aus Momentum- und Value-Ansätzen. In der anschließenden Erholung konnte er mithalten und zuletzt sogar leicht outperformen.
Bewertung aus Anlegersicht:
Positiv: Relative Outperformance in schwierigem Marktumfeld.
Einschränkung: Absolute Rendite bleibt mit unter 2 % sehr moderat – insbesondere im Verhältnis zum eingegangenen Aktienmarktrisiko.
2. Ertragsstruktur: Trading-getrieben statt operativ
Das ordentliche Nettoergebnis war mit –94.969 EUR negativ.
Die laufenden Erträge (Dividenden, Zinsen) konnten die Kosten deutlich nicht decken.
Das positive Jahresergebnis von 92.575 EUR resultierte ausschließlich aus realisierten Kursgewinnen (360.705 EUR).
Interpretation:
Der Fonds ist stark handelsgetrieben.
Die Strategie basiert weniger auf laufenden Erträgen, sondern primär auf Kursbewegungen.
In trendlosen oder seitwärts laufenden Märkten besteht erhöhte Ergebnisanfälligkeit (Fehlsignale bei Trendfolgemodellen werden explizit genannt).
3. Portfolio- und Risikostruktur
Aktienquote und Konzentration
Aktienquote: 91,54 %
Derivate: geringfügig (–0,15 %)
Liquidität: 9,03 %
Das Portfolio umfasst US-Technologie- und Healthcare-Werte, u.a. Palantir (5,23 %), Applovin (4,69 %), Leidos, Zoominfo etc.
Charakteristika:
Deutlich US-lastig.
Klare Sektor-Fokussierung (Tech & Healthcare).
Währungsrisiko USD wird abgesichert.
Marktrisiko und Hebel
Der Fonds misst das Risiko über VaR (99 %, 10 Tage).
Durchschnittlicher VaR: 8,64 %
Maximal: 11,89 %
Der durchschnittliche Leverage nach Bruttomethode beträgt 188,8 %.
Einordnung:
Für einen Aktienfonds ist das ein erhöhtes Marktrisiko.
Die hohe Bruttohebelwirkung zeigt eine aktive Derivate-Nutzung (Währungssicherung + Strukturierung).
Das Risikoprofil ist eher offensiv.
4. Kostenstruktur
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 2,29 %.
Zusätzlich:
Transaktionskosten: 30.812 EUR
Verwaltungsvergütung: 102.865 EUR
Kritische Würdigung:
Für eine regelbasierte Aktienstrategie ist 2,29 % relativ hoch.
Bei einer Jahresrendite von 1,87 % wird der Ertrag nahezu vollständig durch Kosten aufgezehrt.
Für langfristige Investoren stellt dies eine erhebliche Renditebelastung dar.
5. Kapitalflüsse und Fondsgröße
Fondsvermögen:
Vorjahr: 7,12 Mio. EUR
Aktuell: 5,42 Mio. EUR
Netto-Mittelabfluss: –1,81 Mio. EUR .
Bedeutung:
Deutlicher Vertrauens- oder Volumenverlust.
Sinkende Fondsgröße kann langfristig Skaleneffekte und Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen.
Risiko einer strategischen Neuausrichtung oder perspektivisch auch Fondsschließung bei weiterem Volumenrückgang.
6. Ausschüttungspolitik
Keine Ausschüttung im Geschäftsjahr, vollständige Thesaurierung .
Für einkommensorientierte Anleger ist der Fonds daher ungeeignet.
7. ESG-Positionierung
Der Fonds ist kein Artikel-8- oder Artikel-9-Produkt und berücksichtigt keine EU-Nachhaltigkeitskriterien .
Für ESG-orientierte Investoren daher nicht passend.
Gesamtfazit aus Anlegersicht
Stärken:
Leichte Outperformance gegenüber Benchmark.
Klare, systematische Strategie (Momentum + Value).
Professionelles Risikomanagement mit Währungssicherung.
Gute Transparenz.
Schwächen:
Hohe Gesamtkostenquote (2,29 %).
Stark handelsabhängiges Ergebnis.
Hohe Marktsensitivität und Leverage.
Deutlicher Mittelabfluss und schrumpfende Fondsgröße.
Keine ESG-Integration.
Keine Ausschüttung.
Für welchen Anlegertyp geeignet?
Risikobereite Anleger
Investoren mit Überzeugung in quantitative Trendstrategien
Anleger, die US-Tech/Healthcare-Fokus aktiv gemanagt wünschen
Keine Einkommensorientierung erforderlich
Kritische Kernfrage
Die zentrale Frage aus Investorensicht lautet:
Rechtfertigt eine Outperformance von 0,45 Prozentpunkten eine Gesamtkostenquote von 2,29 % und ein offensives Risikoprofil?
Für kostenbewusste Anleger könnten passive ETFs mit deutlich geringerer TER eine effizientere Alternative darstellen.