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Bangladeschs BNP gewinnt haushoch bei erster Wahl nach Gen-Z-Aufstand

Bei der ersten Parlamentswahl seit dem von der Generation Z angeführten Aufstand von 2024 hat die Bangladesh Nationalist Party (BNP) einen überwältigenden Sieg errungen. Nach Angaben lokaler Fernsehsender sicherte sich das von ihr dominierte Bündnis 209 der 300 Sitze im Jatiya Sangsad und damit eine komfortable Zweidrittelmehrheit. Das klare Ergebnis gilt als entscheidend für die politische Stabilisierung des südasiatischen Landes mit rund 175 Millionen Einwohnern.

Die Abstimmung am Donnerstag war die erste nationale Wahl seit dem Sturz der langjährigen Premierministerin Sheikh Hasina. Monate heftiger Proteste, getragen vor allem von jungen Menschen unter 30 Jahren, hatten 2024 zu ihrem Rücktritt und später zu ihrem Gang ins Exil nach Indien geführt. Die Unruhen forderten zahlreiche Todesopfer und beeinträchtigten das öffentliche Leben ebenso wie zentrale Wirtschaftssektoren, darunter die Textilindustrie – Bangladesch ist der weltweit zweitgrößte Exporteur von Bekleidung.

Umfragen hatten der BNP bereits im Vorfeld gute Chancen eingeräumt. Parteichef und designierter Premierminister Tarique Rahman, Sohn der früheren Regierungschefin Khaleda Zia und des ehemaligen Präsidenten Ziaur Rahman, versprach im Wahlkampf wirtschaftliche Reformen, verstärkte ausländische Investitionen sowie entschlossene Maßnahmen gegen Korruption. Zudem kündigte die Partei an, eine Amtszeitbegrenzung von zehn Jahren für das Amt des Premierministers einzuführen und einkommensschwache Familien stärker zu unterstützen.

Trotz des deutlichen Wahlsiegs rief die BNP ihre Anhänger zur Zurückhaltung auf. Es solle keine Siegesmärsche oder Kundgebungen geben, hieß es in einer Erklärung. Stattdessen forderte die Partei landesweite Gebete in Moscheen, Tempeln, Kirchen und Pagoden für das Wohl des Landes.

Die islamistische Jamaat-e-Islami, wichtigste Rivalin der BNP, kam mit ihrem Bündnis auf 68 Sitze. Parteichef Shafiqur Rahman räumte die Niederlage ein und kündigte eine „konstruktive Oppositionsarbeit“ an. Die von jungen Aktivisten gegründete National Citizen Party (NCP), die aus der Protestbewegung hervorgegangen war, gewann lediglich fünf der 30 umkämpften Mandate.

Die Wahl galt als die erste wirklich kompetitive Abstimmung seit vielen Jahren. Die Awami League von Sheikh Hasina, die das Land mehr als 15 Jahre regiert hatte, war von der Teilnahme ausgeschlossen. Hasina selbst bezeichnete die Wahl aus dem indischen Exil als „sorgfältig geplante Farce“ und forderte deren Annullierung sowie die Wiederzulassung ihrer Partei.

Parallel zur Parlamentswahl fand ein Referendum über mehrere Verfassungsreformen statt. Zur Abstimmung standen unter anderem die Einführung einer neutralen Übergangsregierung für Wahlperioden, die Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit, eine höhere Repräsentanz von Frauen sowie eine Begrenzung der Amtszeiten des Premierministers auf zwei Legislaturperioden. Offizielle Ergebnisse lagen zunächst nicht vor, doch Medien berichteten von einer deutlichen Zustimmung.

Mit einer Wahlbeteiligung von voraussichtlich über 60 Prozent sendeten die Bürgerinnen und Bürger ein starkes Signal. Ob der klare Wahlausgang tatsächlich zu der erhofften politischen und wirtschaftlichen Stabilität führt, wird sich nun in den kommenden Monaten zeigen.

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