Die Olympischen Winterspiele werden erneut zur politischen Bühne. US-Präsident Donald Trump hat den amerikanischen Freestyle-Skifahrer Hunter Hess öffentlich attackiert und damit für erhebliches Aufsehen im Olympia-Lager gesorgt. In den sozialen Medien beschimpfte Trump den eigenen Athleten als „echten Loser“ – ein beispielloser Angriff auf einen Sportler, der für die USA an den Start geht.
Auslöser der scharfen Worte war ein Interview, in dem sich Hess offen und ungewöhnlich ehrlich über seine Gefühle gegenüber seinem Heimatland äußerte. Der Skifahrer sprach von „gemischten Gefühlen“, die USA bei diesen Olympischen Spielen zu vertreten. Es gebe vieles, das ihm aktuell missfalle, sagte Hess, fügte jedoch hinzu, dass es ihm vor allem darum gehe, seine Familie, Freunde und die Menschen zu Hause zu repräsentieren. Außerdem fahre er für jene, die vor ihm für dieses Land angetreten seien, und für all das, was er persönlich an den USA schätze.
Diese differenzierten Aussagen reichten offenbar aus, um den Präsidenten auf die Palme zu bringen. Auf seiner Plattform Truth Social ließ Trump seinem Ärger freien Lauf. Über Hunter Hess schrieb er, dieser sei ein „real loser“ und ergänzte, es sei „sehr schwer, für jemanden wie ihn zu jubeln“. Eine direkte Abrechnung mit einem eigenen Olympia-Starter, wie sie selbst im politisch aufgeheizten Umfeld der Spiele Seltenheitswert hat.
Der Vorfall schlägt hohe Wellen. Normalerweise bemühen sich Athleten, politische Konflikte während Olympischer Spiele zu vermeiden. Doch diesmal ist die Konfrontation offen eskaliert – ausgelöst nicht vom Sportler, sondern vom Präsidenten selbst. Im olympischen Umfeld wird nun diskutiert, ob Trumps Angriff dem Teamgeist schadet und welchen Druck er auf die Athleten ausübt.
Ob Hunter Hess auf die öffentlichen Beleidigungen reagieren wird, ist bislang unklar. Fest steht jedoch: Der sportliche Wettkampf ist für den US-Freestyler spätestens jetzt untrennbar mit einer politischen Kontroverse verbunden – und Donald Trump hat erneut gezeigt, dass er auch vor Angriffen auf die eigenen Olympia-Stars nicht zurückschreckt.