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Kleinkind in US-Abschiebehaft schwer erkrankt: Klage wirft ICE unmenschliche Behandlung vor

Ein neuer Rechtsstreit in den USA sorgt für Empörung und rückt die Zustände in Abschiebehaftzentren erneut in den Fokus. Im Zentrum der Klage steht ein 18 Monate altes Mädchen, das laut Gerichtsunterlagen nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung wieder in die Obhut der US-Einwanderungsbehörde ICE gebracht und dort ohne notwendige Medikamente festgehalten worden sein soll.

Das Kind, das in der Klageschrift unter dem Pseudonym „Amalia“ geführt wird, war gemeinsam mit seinen Eltern seit Dezember 2025 in einer Hafteinrichtung in Dilley im Bundesstaat Texas untergebracht. Die Familie wurde demnach bei einem routinemäßigen Meldetermin von den Einwanderungsbehörden festgesetzt. Amalia erkrankte Anfang Januar schwer: Sie bekam hohes Fieber, erbrach sich mehrfach und hatte zunehmend Atemnot.

Am 18. Januar musste das Kleinkind mit stark abgesenkter Sauerstoffsättigung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dort diagnostizierten Ärzte unter anderem COVID-19, eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), eine virale Bronchitis sowie eine Lungenentzündung. Zehn Tage lang wurde sie stationär behandelt und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Nach Angaben der Klage war ihr Zustand zeitweise lebensbedrohlich.

Nach ihrer Entlassung erhielt Amalia ein Inhalationsgerät, Atemwegsmedikamente sowie spezielle Nahrungszusätze, da sie rund zehn Prozent ihres Körpergewichts verloren hatte. Doch kaum zurück in der Haftanstalt, sollen Mitarbeitende diese medizinisch notwendigen Hilfsmittel beschlagnahmt haben. Besonders brisant: Die Rückverlegung erfolgte laut Klage mitten in einen Masernausbruch innerhalb der Einrichtung.

Die Anwältin der Familie, Elora Mukherjee, spricht von systematischen Missständen. Hunderte in Dilley untergebrachte Kinder und Familien hätten keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, gesunder Ernährung, Bildung oder angemessener medizinischer Versorgung. Amalias Fall sei kein Einzelfall, sondern ein alarmierendes Beispiel für ein überlastetes und unmenschliches System.

Das US-Heimatschutzministerium äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Medienberichten zufolge wurde die Familie nach Einreichung der Klage inzwischen freigelassen und beabsichtigt, in den USA Asyl zu beantragen. Die Eltern stammen aus Venezuela, ihre Tochter besitzt die mexikanische Staatsangehörigkeit.

Der Fall fällt in eine Zeit zunehmender Kritik an der Migrationspolitik der Trump-Regierung. Erst kürzlich hatte ein Bundesrichter die Freilassung eines fünfjährigen Jungen angeordnet und die Vorgehensweise der Behörden scharf gerügt. Menschenrechtsorganisationen sehen in den aktuellen Entwicklungen einen dringenden Handlungsbedarf – insbesondere zum Schutz von Kindern, die in Abschiebehaft besonders verletzlich sind.

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