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Festnahmen nach tödlichem Anschlag auf Moschee in Islamabad – Ermittler sprechen von Drahtzieher

Nach dem verheerenden Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Pakistans Hauptstadt Islamabad haben die Behörden vier mutmaßliche Unterstützer der Tat festgenommen. Wie Innenminister Mohsin Naqvi mitteilte, befindet sich unter den Verdächtigen auch ein afghanischer Staatsbürger, der als möglicher Drahtzieher des Anschlags gilt. Bei den Anti-Terror-Razzien kam ein Sicherheitsbeamter ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Der Anschlag ereignete sich am Freitag während des Freitagsgebets in der dicht besetzten Moschee im Stadtteil Tarlai. Mehr als 30 Menschen wurden getötet, über 160 weitere verletzt. Es handelt sich um den tödlichsten Angriff in Islamabad seit mehr als zehn Jahren. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ bekannte sich zu der Tat.

Am Samstag versammelten sich Tausende Menschen in Islamabad, um der 32 Todesopfer zu gedenken. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen fanden die Beerdigungen statt. Soldaten sicherten die Trauerfeiern, an vielen Straßen wurden zusätzliche Polizeikontrollen eingerichtet. Für viele Familien ist der Verlust kaum zu verkraften. Ein Angehöriger eines der Opfer erklärte gegenüber Medien, seine Familie sei nach dem Tod des 21-jährigen Neffen „völlig zerbrochen“.

Die politische Führung Pakistans verurteilte den Anschlag scharf. Premierminister Shehbaz Sharif sprach von „tiefer Trauer“ und versprach, konsequent gegen Terrornetzwerke vorzugehen. Präsident Asif Ali Zardari nannte den Angriff auf betende Zivilisten ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Überlebende schilderten dramatische Szenen nach der Explosion. Augenzeugen berichteten von Panik, Rauch und zahlreichen Verletzten, die reglos am Boden lagen. Rettungskräfte und freiwillige Helfer versuchten unter schwierigen Bedingungen, die Opfer zu versorgen und in Krankenhäuser zu bringen.

Im Zuge der Ermittlungen erhob Innenminister Naqvi schwere Vorwürfe gegen Indien und beschuldigte das Nachbarland, die Täter finanziell unterstützt und ihnen Ziele geliefert zu haben. Indien wies diese Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnete sie als haltlos. Auch Afghanistan geriet in den Fokus: Pakistans Verteidigungsminister deutete eine mögliche Verwicklung an, was die Taliban-Regierung in Kabul als unbegründet und bedauerlich zurückwies.

Die Regierung kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen in Islamabad deutlich zu verstärken. Geplant sind unter anderem die Einstellung tausender zusätzlicher Polizisten sowie der Ausbau moderner Überwachungssysteme. Der Anschlag reiht sich in eine Woche massiver Gewalt ein: In der Provinz Belutschistan wurden zuvor bei koordinierten Angriffen Dutzende Zivilisten getötet. Die Sicherheitslage im Land bleibt damit angespannt.

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