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Saudi-Arabien entdeckt sein Mineralpotenzial – Milliardenreserven könnten die Machtverhältnisse bei Seltenen Erden verschieben

Saudi-Arabien ist weltweit vor allem als Ölgigant bekannt. Doch das Königreich richtet seinen Blick zunehmend auf einen anderen strategischen Rohstoffsektor: Mineralien. Nach eigenen Angaben verfügt das Land über Mineralreserven im Wert von rund 2,5 Billionen US-Dollar. Dazu zählen nicht nur Gold, Kupfer, Zink und Lithium, sondern auch begehrte Seltene Erden wie Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium – unverzichtbar für Elektroautos, Windkraftanlagen, Künstliche Intelligenz und moderne Waffensysteme.

Der Zeitpunkt dieser Ambitionen ist kein Zufall. Der globale Wettlauf um kritische Rohstoffe hat sich verschärft, nicht zuletzt weil China derzeit den Markt dominiert. Laut Internationaler Energieagentur kontrolliert die Volksrepublik mehr als 90 Prozent der weltweiten Raffinierung seltener Erden und über 60 Prozent des Abbaus. Westliche Staaten suchen daher dringend nach Alternativen – und Saudi-Arabien könnte zu einem neuen Schlüsselakteur werden.

Um seine Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, investiert das Königreich massiv in den Ausbau seines Bergbausektors. Zwischen 2021 und 2025 stieg das Budget für Explorationsprojekte laut S&P Global um fast 600 Prozent. Gleichzeitig beschleunigt die Regierung die Vergabe neuer Lizenzen an nationale und internationale Unternehmen, senkt Steuern und baut bürokratische Hürden ab. Ziel ist es, schneller zu den etablierten Bergbaunationen wie Kanada oder Australien aufzuschließen.

Doch der Weg von der Entdeckung bis zum marktfähigen Produkt ist lang. Der Aufbau von Verarbeitungsanlagen dauert Jahre, teilweise Jahrzehnte. Dennoch denkt Saudi-Arabien strategisch: Der staatliche Bergbaukonzern Maaden kündigte Investitionen von 110 Milliarden US-Dollar in den kommenden zehn Jahren an. Internationale Partnerschaften spielen dabei eine zentrale Rolle, denn Know-how und Technologie lassen sich nicht über Nacht aufbauen.

Ein weiterer Teil der Strategie geht über den eigenen Abbau hinaus. Dank günstiger Energiepreise, moderner Infrastruktur und der Erfahrung des Energieriesen Aramco könnte Saudi-Arabien zu einem regionalen Drehkreuz für die Verarbeitung von Mineralien werden, die in Afrika oder Zentralasien gefördert werden. Genau das macht das Land auch für die USA interessant. Angesichts chinesischer Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden arbeiten Washington und Riad inzwischen enger zusammen, etwa beim geplanten Bau einer Raffinerie mit Beteiligung des US-Verteidigungsministeriums.

Langfristig geht es Saudi-Arabien jedoch um mehr als wirtschaftliche Diversifizierung. Experten sehen in der Rohstoffstrategie ein geopolitisches Instrument, um den politischen Einfluss des Landes zu stärken. Der Aufbau eines mächtigen Mineral- und Verarbeitungssektors könnte Saudi-Arabien zu einem unverzichtbaren Knotenpunkt in globalen Lieferketten machen – mit Auswirkungen, die weit über den Energiemarkt

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