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Taliban lassen junge afghanische Taekwondo-Sportlerin nach 13 Tagen Haft frei

Die Taliban haben eine 22-jährige afghanische Sportlerin nach fast zwei Wochen Haft freigelassen. Khadija Ahmadzada, die Berichten zufolge ein Taekwondo-Trainingszentrum für Mädchen leitete, war Anfang des Monats in der westafghanischen Provinz Herat festgenommen worden. Ein Sprecher des obersten Gerichts der Taliban bestätigte nun ihre Freilassung nach 13 Tagen Gefängnis.

Nach Angaben des Taliban-Ministeriums für „Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters“ wurde Ahmadzada wegen angeblicher Verstöße gegen die strengen Regeln für Frauensport festgenommen. Seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 sind Sportvereine für Frauen landesweit geschlossen. Damals erklärten die Machthaber, eine Wiedereröffnung sei erst möglich, wenn ein „sicheres Umfeld“ im Einklang mit ihrer Auslegung des islamischen Rechts geschaffen werde. Bis heute, Anfang 2026, ist dies nicht geschehen.

Ahmadzada soll laut den Behörden in ihrem Fitnessstudio mehrere Vorschriften missachtet haben. Ihr wurde vorgeworfen, keinen „korrekten Hijab“ getragen, Musik abgespielt und eine Durchmischung der Geschlechter zugelassen zu haben. Ein Sprecher erklärte, sie habe zuvor mehrere Verwarnungen erhalten, bevor sie zu einer 13-tägigen Haftstrafe verurteilt wurde. Der Fall wurde anschließend an das oberste Gericht weitergeleitet, das schließlich ihre Freilassung anordnete. Über ihren aktuellen Aufenthaltsort ist nichts bekannt.

Die Verhaftung der jungen Sportlerin löste international Empörung aus, insbesondere in sozialen Netzwerken. Viele Nutzerinnen und Nutzer sahen den Fall als weiteres Beispiel für die systematische Einschränkung der Rechte von Frauen in Afghanistan. Aufmerksamkeit erhielt der Fall auch durch Richard Bennett, den UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, der öffentlich ihre sofortige Freilassung forderte.

Seit 2021 haben die Taliban zahlreiche Maßnahmen erlassen, die Frauen massiv betreffen. Mädchen und Frauen ist der Zugang zu weiterführender Bildung und vielen Berufen verwehrt, ihre Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, und es gelten strenge Kleidungsvorschriften. Der Frauensport ist praktisch vollständig zum Erliegen gekommen, obwohl er vor der Machtübernahme in vielen Städten – auch in Herat – eine wachsende Rolle spielte.

Bennett verwies zudem auf den Fall der Journalistin Nazira Rashidi, die Ende Dezember in der nördlichen Stadt Kunduz festgenommen wurde. Taliban-Sprecher bestreiten jedoch, dass ihre Inhaftierung mit ihrer journalistischen Tätigkeit zusammenhängt.

Der Fall Ahmadzada verdeutlicht erneut die prekäre Lage von Frauen in Afghanistan. Auch wenn ihre Freilassung Erleichterung auslöst, bleibt ungewiss, ob sie jemals wieder als Sportlerin oder Trainerin arbeiten darf – und wie lange internationaler Druck noch Wirkung zeigen kann.

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