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USA präsentieren Pläne für „New Gaza“ mit Wolkenkratzern und Mega-Infrastruktur

Die US-Regierung hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos erstmals detaillierte Pläne für den Wiederaufbau des Gazastreifens vorgestellt. Unter dem Namen „New Gaza“ soll das weitgehend zerstörte palästinensische Gebiet von Grund auf neu gestaltet werden – mit Hochhäusern entlang der Mittelmeerküste, modernen Wohnsiedlungen, Industriezentren und touristischer Infrastruktur. Vorgestellt wurden die Pläne im Rahmen der Unterzeichnung von Präsident Donald Trumps neuem „Board of Peace“, das den Wiederaufbau und die politische Neuordnung nach dem zweijährigen Krieg zwischen Israel und der Hamas begleiten soll.

Auf Präsentationsfolien waren Dutzende Wolkenkratzer an der Küste zu sehen sowie großflächige Wohnanlagen im Raum Rafah. Eine sogenannte Masterplan-Karte zeigt neue Zonen für Wohnen, Landwirtschaft, Industrie, Technologiezentren und Parks für die rund 2,1 Millionen Einwohner. Geplant sind außerdem ein neuer Hafen, ein Flughafen nahe der ägyptischen Grenze sowie ein trilateraler Grenzübergang zwischen Gaza, Israel und Ägypten.

Donald Trump betonte in Davos seinen wirtschaftlichen Ansatz: Gaza habe eine „außergewöhnliche Lage am Meer“ und großes Potenzial. Sein Schwiegersohn Jared Kushner erklärte, nach dem Abwurf von rund 90.000 Tonnen Munition und der Entstehung von etwa 60 Millionen Tonnen Trümmern sei ein kompletter Neubeginn sinnvoller als ein schrittweiser Wiederaufbau. Ziel sei ein umfassender Erfolg ohne „Plan B“. Voraussetzung dafür sei die vollständige Entmilitarisierung des Gebiets, der sich die Hamas im Rahmen des Abkommens verpflichtet habe.

Der Wiederaufbau soll in vier Phasen erfolgen und in Rafah beginnen, das während des Krieges weitgehend zerstört wurde. Für ein „New Rafah“ sind mehr als 100.000 dauerhafte Wohneinheiten, 200 Bildungseinrichtungen und 75 medizinische Zentren vorgesehen. Kushner hält es für realistisch, diese erste Phase innerhalb von zwei bis drei Jahren abzuschließen. Parallel dazu sollen internationale Geber und private Investoren eingebunden werden; eine entsprechende Konferenz ist in Washington geplant.

Kritik und Skepsis bleiben jedoch groß. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 81 Prozent aller Gebäude in Gaza zerstört oder beschädigt sind, während die humanitäre Lage weiterhin dramatisch ist. Fast eine Million Menschen verfügen über keinen angemessenen Wohnraum, und 1,6 Millionen leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Zudem bleibt der Waffenstillstand fragil, mit weiteren Todesopfern trotz laufender Gespräche.

Palästinensische Vertreter fordern eine vollständige Umsetzung des Friedensplans, inklusive eines Abzugs israelischer Truppen und einer stärkeren Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde. Dennoch sehen Befürworter in „New Gaza“ die Chance auf einen radikalen Neuanfang – wirtschaftlich, städtebaulich und politisch –, während Kritiker vor einer technokratischen Lösung ohne klare staatliche Perspektive für die Palästinenser warnen.

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