Die US-Luftwaffe rechnet damit, dass der aus Katar stammende Boeing-747-Jet, der derzeit zur neuen Air Force One umgebaut wird, im Sommer 2026 ausgeliefert werden kann. Das teilte ein Sprecher der Air Force am Donnerstag mit. Damit konkretisiert das Militär erstmals einen Zeitrahmen für ein Projekt, das seit Beginn von Sicherheitsfragen, hohen Kosten und politischer Aufmerksamkeit begleitet wird.
Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen luxuriös ausgestatteten Boeing 747, den Katar den Vereinigten Staaten als Geschenk überlassen hat. Ex-Präsident Donald Trump hatte das Flugzeug bereits im Februar 2025 auf dem Flughafen von Palm Beach besichtigt. Seitdem wird die Maschine umfassend umgebaut, um den extremen Anforderungen eines Präsidentenflugzeugs gerecht zu werden. Die Air Force bezeichnet das Flugzeug als sogenanntes „VC-25 Bridge Aircraft“, also als Übergangslösung, bis die nächste Generation der Air Force One verfügbar ist.
Ob das Flugzeug direkt nach der Auslieferung einsatzbereit sein wird, ist allerdings noch unklar. Fachleute gehen davon aus, dass nach der Übergabe weitere Tests notwendig sein könnten. Der Umbau selbst gilt als hochkomplex, da nahezu alle ursprünglichen Systeme entfernt werden müssen. Sicherheitsbehörden sollen das Flugzeug bis auf das Grundgerüst zerlegt haben, um mögliche Abhörtechnik oder Manipulationen auszuschließen.
Ein ehemaliger hochrangiger Militärvertreter betonte gegenüber US-Medien, wie sensibel diese Arbeiten sind. Die Air Force One müsse dem Präsidenten auch in Extremsituationen – etwa im Krisen- oder Kriegsfall – volle Kommunikations- und Führungsfähigkeit garantieren. Dazu zählen abhörsichere Systeme, spezielle Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe sowie die Fähigkeit zur Luftbetankung, die bei zivilen Boeing-747-Modellen nicht standardmäßig vorhanden ist.
Obwohl Katar das Flugzeug kostenlos überlassen hat, wird der Umbau für die USA teuer. Die Kosten werden auf unter 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im vergangenen Jahr bestätigt, dass die Schenkung „bedingungslos“ erfolgt sei und keine Zahlungen an Katar fließen.
Parallel dazu arbeitet Boeing seit Jahren an zwei neuen 747-Jets für die nächste Generation der Air Force One. Dieses Projekt ist jedoch von massiven Verzögerungen und Kostenüberschreitungen geprägt. Ursprünglich sollten die Maschinen bereits 2024 fertig sein, nun wird frühestens 2027 damit gerechnet.
Der Zeitdruck ist nicht zuletzt deshalb hoch, weil technische Probleme immer wieder zu Zwischenfällen führen. Erst kürzlich musste ein Präsidentenflug wegen eines elektrischen Defekts umkehren – ein Vorfall, der die Bedeutung zuverlässiger und moderner Flugzeuge für das Präsidentenamt erneut unterstrich.