Mehr als acht Jahrzehnte nach seiner ersten Errichtung rückt der geheimnisvolle Bunker unter dem Ostflügel des Weißen Hauses erneut in den Fokus. Während oberirdisch ein neuer, prunkvoller Ballsaal entsteht, laufen tief unter der Erde Arbeiten, über die kaum etwas an die Öffentlichkeit dringt. Fest steht: Die historische, aber technisch veraltete unterirdische Anlage wurde abgerissen und soll durch eine hochmoderne Sicherheitsinfrastruktur ersetzt werden.
Die Ursprünge des Bunkers reichen bis ins Jahr 1941 zurück. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor ordnete Präsident Franklin D. Roosevelt den Bau eines Bombenschutzraums unter dem Weißen Haus an. Offiziell sprach man damals nur von einer Erweiterung des Ostflügels, die Existenz des Bunkers blieb geheim. Aus dem ursprünglichen Schutzraum entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein komplexes unterirdisches System, das unter anderem das Presidential Emergency Operations Center (PEOC) beherbergte – einen zentralen Kommandoraum für nationale Krisen.
Das PEOC spielte vor allem am 11. September 2001 eine entscheidende Rolle, als Vizepräsident Dick Cheney von dort aus sicherheitsrelevante Entscheidungen traf. Die Anlage war darauf ausgelegt, selbst einem nuklearen Angriff standzuhalten. Sie verfügte über eigene Stromversorgung, Wasserreserven, Luftfilterung, Schlafplätze und gesicherte Kommunikationswege. Insider beschrieben den Komplex als „u-Boot aus den 1940er-Jahren“ – funktional, aber technisch längst überholt.
Im Zuge des aktuellen Bauprojekts wurde der gesamte unterirdische Bereich demontiert. Offiziellen Angaben zufolge geschah dies, um Platz für eine neue, widerstandsfähige Infrastruktur zu schaffen, die auf heutige und zukünftige Bedrohungen reagieren kann. Dazu zählen nicht nur konventionelle Angriffe, sondern auch chemische, biologische oder elektromagnetische Gefahren. Details bleiben streng geheim. Vertreter des Weißen Hauses betonten lediglich, dass es sich um Arbeiten von „höchster Geheimhaltungsstufe“ handle, deren Unterbrechung die nationale Sicherheit gefährden würde.
Auch die Finanzierung wirft Fragen auf. Während der neue Ballsaal laut Angaben von Donald Trump durch private Spender finanziert wird, müssen die Kosten für die unterirdischen Sicherheitsanlagen vom Steuerzahler getragen werden. Wie hoch diese ausfallen, wird voraussichtlich nie öffentlich bekannt werden – zu sensibel sind die Technologien und Maßnahmen, die dort zum Einsatz kommen.
Sicher ist nur: Unter dem Weißen Haus entsteht erneut ein hochgeheimer Schutzraum, der sinnbildlich für die sich wandelnden Bedrohungen der modernen Welt steht – verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, aber zentral für die Sicherheit der Vereinigten Staaten.