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Medizinischer Notfall im Orbit: ISS-Crew kehrt außerplanmäßig zur Erde zurück

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Ein seltener Zwischenfall hat die Raumfahrtwelt in Atem gehalten: Wegen eines ernsten medizinischen Problems an Bord der Internationalen Raumstation ISS ist eine vierköpfige Crew vorzeitig zur Erde zurückgekehrt. In einer nächtlichen Evakuierungsaktion landete die SpaceX-Raumkapsel sicher vor der Küste Kaliforniens im Pazifik – ein Szenario, das es in dieser Form bislang noch nicht gegeben hatte.

An Bord befanden sich die beiden US-Astronauten Mike Fincke und Zena Cardman, der japanische Raumfahrer Kimiya Yui sowie der russische Kosmonaut Oleg Platonow. Bergungsschiffe näherten sich kurz nach der Wasserung der Kapsel, um die Crew zu evakuieren. Wenig später wurden die Raumfahrer aus der Kapsel gebracht und routinemäßig medizinisch untersucht.

Auslöser der außerplanmäßigen Rückkehr war ein „ernstes gesundheitliches Problem“ eines Crewmitglieds. Um wen es sich handelt und worum es genau geht, ließ die Nasa bewusst offen. Nasa-Verwaltungschef Jared Isaacman betonte jedoch nach der Landung, dem betroffenen Astronauten gehe es gut. Das gesundheitliche Problem stehe nicht im Zusammenhang mit der Schwerelosigkeit, sondern hätte ebenso auf der Erde auftreten können.

Die Raumkapsel hatte am Mittwoch von der ISS abgedockt und erreichte am Donnerstag die US-Westküste. Für die Crew bedeutete die Rückkehr ein vorzeitiges Ende ihrer Mission: Statt wie ursprünglich geplant Mitte Februar landeten sie nach 167 Tagen im All – rund einen Monat früher als vorgesehen.

„Willkommen zu Hause“, hieß es aus dem Kontrollzentrum in Houston, als die Kapsel sicher gelandet war. „Es ist schön, wieder zu Hause zu sein“, antwortete Astronautin Zena Cardman hörbar erleichtert. Crew-Leiter Mike Fincke hatte bereits zuvor erklärt, dass die Entscheidung zur Rückkehr bewusst getroffen worden sei. Auf der Erde stünden alle diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung, die im All naturgemäß begrenzt seien. „Es ist die richtige Entscheidung, auch wenn sie uns etwas Wehmut bereitet“, sagte er.

Die Nasa hatte schon in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Crew aus medizinischen Gründen zur Erde zurückkehren werde, jedoch keine Details genannt. Die jetzige Landung markiert die erste medizinisch begründete Evakuierung dieser Art von der ISS.

Nach der Rückkehr der vier Raumfahrer wird die Raumstation weiterhin betrieben. Auf der ISS verbleiben der US-Astronaut Chris Williams sowie die russischen Kosmonauten Sergej Kud-Swertschkow und Sergej Mikajew, die seit November im Einsatz sind und nun die Arbeit im Orbit fortsetzen.

Der Vorfall zeigt, wie engmaschig die Sicherheits- und Notfallprotokolle in der bemannten Raumfahrt inzwischen sind – und dass selbst in 400 Kilometern Höhe das Wohl der Crew oberste Priorität hat.

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