In einem internationalen Cyber-Thriller mit echten Hackern, echten Millionen – und vermutlich falschen IP-Adressen – fahndet das Bundeskriminalamt (BKA) gemeinsam mit der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) nach dem mutmaßlichen Chefkoch der Datenverschlüsselungsbande „Black Basta“. Die Gruppe, bekannt für ihre fragwürdige Vorstellung von „digitalem Unternehmertum“, soll seit Jahren Unternehmen ausplündern – und das ganz ohne Maske und Brecheisen.
Mitglieder der Gruppe wurden kürzlich in der Ukraine von den Behörden aus dem Bett getrommelt – und dabei nicht etwa wegen zu lauter LAN-Partys, sondern wegen Hash-Cracking. Wer jetzt an ungesundes Frühstück denkt, liegt falsch: Es geht nicht um Müsli, sondern um Passwörter, die so lange „geknackt“ werden, bis auch das letzte Bit freiwillig rausgerückt wird.
Die Kriminalisten durchsuchten Wohnungen in Iwano-Frankiwsk und Lwiw, sicherten Festplatten, USB-Sticks und vermutlich auch eine Menge Chipskrümel auf Tastaturen. Ziel war es, die technische Infrastruktur hinter dem millionenschweren Cyber-Terror zu zerschlagen – und vor allem den mutmaßlichen Anführer zu schnappen, einen russischen Staatsbürger, der offenbar bereits im „Conti“-Konzern sein Unwesen trieb – einem früheren Start-up der Erpresserbranche.
Ransomware mit Service-Garantie
Zwischen März 2022 und Februar 2025 soll „Black Basta“ weltweit über 600 Organisationen „betreut“ haben – darunter Krankenhäuser, Behörden und Unternehmen. Der Service? Daten verschlüsseln, Geld fordern, Tee trinken. In Deutschland alleine erbeutete die Gruppe über 20 Millionen Euro – offenbar ein lukratives Geschäftsmodell für alle, die keine Skrupel, aber viel Zeit zum Tippen haben.
Und wer dachte, das alles passiert im stillen Kämmerlein, irrt: Die internationale Zusammenarbeit liest sich wie der Plot eines mittelguten Agentenfilms – Ermittler aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich tauschten Informationen, koordinierten Maßnahmen und hofften, dass wenigstens einer die Zoom-Links rechtzeitig findet.
Fahndung mit Highspeed – und Webseitenlink
Gegen den „Black Basta“-Boss liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Die Behörden fahnden öffentlich nach dem Mann, der mutmaßlich mehr Netzwerke kompromittiert hat als ein durchschnittlicher WLAN-Router im Mehrfamilienhaus. Fotos und Beschreibung des Gesuchten gibt es direkt beim BKA oder bei Europol und Interpol – vermutlich mit dem Hinweis „Nicht zum Anfreunden auf LinkedIn gedacht“.
Fazit: Cybercrime ist kein Kavaliersdelikt – aber mitunter eine Slapstick-Fahndung
Während die einen morgens den Laptop aufklappen, um Excel zu öffnen, öffneten andere ihn, um Unternehmen in die Knie zu zwingen. Die Ermittlungen laufen weiter – ebenso wie der gesuchte Ransomware-Rädelsführer, der sich aktuell irgendwo zwischen Russland und Routerkonfiguration verstecken dürfte. Ob mit VPN oder Tarnkappe – die digitale Luft wird dünner.