Im Frankfurter Bahnhofsviertel wächst die Sorge um den achtjährigen Noah R. Seit Mittwochmorgen fehlt von dem Grundschüler jede Spur – nun hat die Polizei einen Schulranzen gefunden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit dem vermissten Jungen gehört. Für die Ermittler ist es die erste konkrete Spur in einem Fall, der ganz Frankfurt in Atem hält.
Noah wurde am Mittwoch, dem 14. Januar, gegen 8 Uhr morgens an der Weißfrauenschule in der Gutleutstraße abgesetzt. Doch dort kam er nie an. Seitdem fehlt von dem Jungen jedes Lebenszeichen. Der nun entdeckte Schulranzen – blau mit Astronauten-Motiven – wurde in der Nähe der Schule gefunden, bestätigte ein Sprecher der Polizei. Es ist derselbe Ranzen, den Noah an jenem Morgen bei sich trug.
Der Fund hat die Ermittlungen intensiviert. Die Polizei hat die Suche inzwischen deutlich ausgeweitet: Ein Hubschrauber kreist über dem Stadtgebiet, die Schule wurde erneut durchsucht – auch mit einem Spürhund. Zudem werten die Beamten Videoaufnahmen aus dem Bahnhofsviertel aus und gehen zahlreichen Hinweisen nach. Die Wasserschutzpolizei sucht parallel im Main, während Ermittler auch das familiäre Umfeld des Jungen überprüfen – ein routinemäßiges Vorgehen bei Vermisstenfällen.
Noah ist etwa 135 Zentimeter groß, hat dunkle, kurze Haare und trug zuletzt einen beigen Pullover, eine helle Hose, eine schwarze Daunenjacke sowie eine grün-gelb-blaue Pudelmütze. Fotos des Jungen wurden von der Polizei veröffentlicht, um die Bevölkerung bei der Suche einzubeziehen.
Der Fund des Schulranzens ist für die Ermittler ein Hoffnungsschimmer – und zugleich Anlass zu großer Besorgnis. Er zeigt, dass Noah zumindest in der Nähe der Schule gewesen sein muss. Was danach geschah, ist bislang völlig unklar.
Die Polizei bittet dringend um Mithilfe: Wer Noah R. am Mittwoch nach 8 Uhr im Bereich der Weißfrauenschule, im Frankfurter Bahnhofsviertel oder anderswo im Stadtgebiet gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Frankfurt am Main unter der Telefonnummer (069) 755-51199 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Für die Familie des Jungen und die Einsatzkräfte zählt nun jede Minute. Die Hoffnung bleibt, Noah lebend zu finden.
