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Pentagon testet geheim erworbenes Gerät: Neue Hinweise im Fall des „Havanna-Syndroms“

Ein verdeckt beschafftes Gerät, das gepulste Radiowellen erzeugt, sorgt innerhalb der US-Regierung erneut für heftige Debatten über das sogenannte Havanna-Syndrom. Wie aus informierten Kreisen verlautet, testet das US-Verteidigungsministerium seit mehr als einem Jahr ein technisches System, das im Verdacht steht, mit den mysteriösen Gesundheitsbeschwerden von US-Diplomaten, Geheimdienstmitarbeitern und Soldaten in Verbindung zu stehen.

Gekauft wurde das Gerät im Rahmen einer Undercover-Operation durch eine Abteilung des US-Heimatschutzministeriums, Homeland Security Investigations (HSI), finanziert mit Mitteln des Pentagon. Laut mehreren Quellen belief sich der Kaufpreis auf einen Betrag im hohen zweistelligen Millionenbereich. Details zu Herkunft, Verkäufer oder genauer Funktionsweise sind bislang streng geheim.

Das Gerät soll gepulste elektromagnetische Strahlung aussenden können – eine Technologie, die von Wissenschaftlern und Ermittlern seit Jahren als mögliche Ursache der sogenannten „anomalous health incidents“ diskutiert wird. Besonders brisant: Zwar ist das System nicht vollständig russischer Herkunft, enthält jedoch russische Komponenten. Zudem soll es klein genug sein, um in einem Rucksack transportiert zu werden – ein Punkt, der lange als technisches Hindernis galt.

Das Havanna-Syndrom trat erstmals 2016 bei US-Diplomaten in Kuba auf. Betroffene berichteten von Schwindel, starken Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Symptomen, die einem Schädel-Hirn-Trauma ähneln. In den folgenden Jahren wurden ähnliche Fälle weltweit gemeldet. Trotz zahlreicher Untersuchungen blieb die Ursache offiziell ungeklärt.

Während Teile der US-Geheimdienste öffentlich erklärten, es gebe keine ausreichenden Beweise für gezielte Angriffe durch einen fremden Staat, fühlen sich viele Betroffene ignoriert oder gar diskreditiert. Insbesondere Russland steht bei ihnen unter Verdacht. Die nun bekannt gewordene Existenz des Geräts wird von einigen Opfern als mögliche Bestätigung ihrer Vermutungen gewertet.

Das Verteidigungsministerium hielt die Erkenntnisse offenbar für so relevant, dass Ende vergangenen Jahres die Geheimdienstausschüsse von Senat und Repräsentantenhaus informiert wurden. Eine zentrale Sorge ist nun, dass sich eine solche Technologie weltweit verbreitet haben könnte und somit mehrere Staaten über potenziell gefährliche Systeme verfügen.

Medizinisch bleibt die Lage kompliziert: Es gibt bis heute keine einheitliche Definition der „anomalous health incidents“, zudem wurden viele Betroffene erst lange nach Auftreten der Symptome untersucht. Das erschwert klare Diagnosen erheblich.

Ob das getestete Gerät tatsächlich mit dem Havanna-Syndrom in Verbindung steht, ist weiterhin offen. Doch allein seine Existenz hat eine alte, schmerzhafte Diskussion neu entfacht – und könnte den politischen Druck auf die US-Regierung weiter erhöhen.

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