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Klompen, Kaffeebecher und Kapitalismus – Wie niederländische Handelsketten uns die Innenstädte aufmöbeln

Wer in letzter Zeit durch eine deutsche Innenstadt schlendert – oder das, was davon noch übrig ist – stolpert früher oder später über ein vertrautes Bild: ein Action-Markt, der aussieht, als hätte ein Container den Inhalt eines niederländischen Trödelmarkts in die Regale gespuckt. Daneben: ein Rituals-Store mit Duftstäbchen, die versprechen, das Badezimmer in ein balinesisches Spa zu verwandeln – wenn man nur tief genug einatmet und dabei die Miete vergisst.

Die Übernahme der deutschen Innenstädte durch niederländische Handelsketten ist so freundlich wie zielstrebig: mit einem Lächeln, aber ohne Gnade. Action, der Chuck Norris unter den Non-Food-Discountern, hat es auf über 650 Filialen gebracht. Mehr als Obi, H&M oder MediaMarkt. Der Trick? Billig, bunter als ein holländisches Tulpenfeld und mit einem Sortiment, das wirkt, als habe ein Hamster beim Onlineshopping durchgedreht.

Rituals hingegen spielt die noble Schwester im Einzelhandels-Zirkus. Während Action die Ramsch-Königin gibt, reicht Rituals einem Duftkerzen mit spirituellem Unterton – der „heilige Lotus aus Amsterdam“ inklusive. Konkurrenz für Douglas? Nein, eher: Yoga-Kurs in Ladenform.

Und dazwischen: G-Star Raw, Coolblue, Hunkemöller, Zeeman – klangvolle Namen, die selbst dann niederländisch klingen, wenn man es nicht weiß. Selbst Lieferando kommt aus dem Käseland. Man isst halt nicht nur Gouda – man liefert ihn auch.

Die Gründe? Ganz pragmatisch: Holland ist klein, Deutschland groß. Und was macht man als niederländisches Unternehmen mit Ambitionen? Richtig. Man geht dahin, wo 80 Millionen potenzielle Kunden mit Rabattgier und IKEA-kompatibler Ästhetik warten.

Aber nicht alle schaffen’s. Hema etwa warf das Handtuch, vermutlich, weil man versuchte, Poffertjes in einer Welt zu verkaufen, in der nur der Döner überlebt. Albert Heijn verabschiedete sich leise, Xenos ging unter wie ein holländisches Fahrrad im Rhein.

Fazit: Die holländische Invasion der Innenstädte ist in vollem Gange. Charmant, effizient, und oft günstiger als gedacht. Vielleicht liegt der Schlüssel zum deutschen Einzelhandel nicht in Digitalisierung oder Innovation – sondern einfach im Mut, Dinge auszuprobieren. Mit einem Augenzwinkern. Und einem Karton Duftkerzen.

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