Am Freitag, dem 10. Januar 2026, sind 32 afghanische Staatsangehörige über den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) nach Deutschland eingereist. Die Gruppe kam aus Islamabad, Pakistan, wo viele afghanische Familien seit Monaten oder sogar Jahren auf ihre Ausreise gewartet haben. Es handelt sich um Menschen, die im Rahmen des Bundesaufnahmeprogramms der Bundesregierung eine Aufnahmezusage erhalten hatten.
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte die Ankunft. Der Flug erfolgte mit einer Linienmaschine von Turkish Airlines. Bereits in den vergangenen Monaten waren mehrfach Afghaninnen und Afghanen mit ähnlichen Voraussetzungen über reguläre Flüge nach Deutschland gebracht worden.
Viele der Neuankömmlinge gehören zu besonders gefährdeten Gruppen. Dazu zählen ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen, aber auch Menschenrechtsaktivistinnen, Journalistinnen und Anwältinnen, die in Afghanistan Repressionen und Verfolgung durch die Taliban ausgesetzt wären. Die Aufnahme erfolgte trotz der Tatsache, dass das Bundesaufnahmeprogramm offiziell seit Mai 2025 gestoppt wurde.
Dass dennoch einzelne Betroffene mit Aufnahmezusage einreisen konnten, ist dem Engagement von Hilfsorganisationen wie „Kabul Luftbrücke“ und dem juristischen Einsatz von Unterstützern in Deutschland zu verdanken. Mehrere Klagen gegen die Bundesregierung führten dazu, dass Visa trotz des Programmstopps ausgestellt wurden.
Insgesamt befinden sich laut Angaben fast 1.000 afghanische Staatsangehörige im Rahmen des Bundesaufnahmeprogramms im Aufnahmeprozess. Zusätzlich dazu gibt es rund 600 Personen aus einem sogenannten Überbrückungsprogramm sowie 220 Menschen aus dem Verfahren für ehemalige Ortskräfte. Etwa 60 Afghaninnen und Afghanen sind auf einer speziellen „Menschenrechtsliste“ erfasst.
Trotz der fortbestehenden humanitären Notlage hält die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD an ihrem Kurs fest: Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, freiwillige Aufnahmeprogramme – darunter auch das für Afghanistan – soweit wie möglich zu beenden und keine neuen Programme aufzulegen. Menschenrechtsorganisationen und Unterstützungsnetzwerke kritisieren diese Entscheidung scharf und fordern ein Umdenken in der Flüchtlings- und Asylpolitik.
Für die 32 Afghanen, die nun in Deutschland eingetroffen sind, bedeutet die Ankunft einen Neubeginn in Sicherheit – nach langer Zeit der Unsicherheit und Angst. Ihr Schicksal steht exemplarisch für viele weitere, die weiterhin auf Schutz und eine Ausreise hoffen.