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Absolute-Return-Anspruch unter Druck – Warum der First Private Systematic Commodity Fonds aus Anlegersicht enttäuscht

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des First Private Systematic Commodity zum Geschäftsjahr 2024/2025 zeigt ein insgesamt ernüchterndes Bild für Anleger, insbesondere vor dem Hintergrund des formulierten Absolute-Return-Anspruchs und der Entwicklungen an den globalen Kapital- und Rohstoffmärkten.

1. Marktumfeld vs. Fondsperformance

Das Marktumfeld war im Berichtszeitraum von hoher Volatilität geprägt, ausgelöst unter anderem durch geopolitische Unsicherheiten und US-Zollmaßnahmen im Frühjahr 2025. Trotz dieser Turbulenzen konnten sich die Kapitalmärkte im weiteren Verlauf deutlich erholen: Der S&P 500 legte auf Jahressicht um 17,6 % zu, der Euro Stoxx 50 um 14,1 %. Auch der Bloomberg Commodity Index verzeichnete ein Plus von 4,3 %, wobei Gold mit einem Anstieg von rund 38 % besonders hervorstach.

Vor diesem Hintergrund fällt die Wertentwicklung des Fonds negativ auf. Die Anteilklasse A erzielte eine Performance von -0,35 %, die Anteilklasse B sogar -1,31 %. Damit blieb der Fonds nicht nur deutlich hinter Aktien- und teilweise auch Rohstoffmärkten zurück, sondern verfehlte auch klar seinen eigenen Anspruch, eine marktunabhängige positive Rendite zu erwirtschaften.

2. Absolute-Return-Zielsetzung nicht erreicht

Die erfolgsabhängige Vergütung ist an den 12-Monats-EURIBOR (2,75 %) gekoppelt, der im Berichtsjahr nicht übertroffen wurde. Für Anleger bedeutet dies, dass selbst ein sehr moderater Referenzzins nicht erreicht werden konnte. In Kombination mit einer Volatilität von rund 9,3 % ergibt sich ein aus Risikosicht unattraktives Rendite-Risiko-Profil.

3. Portfoliostruktur: Hohe Liquidität, begrenzte Chancen

Zum Stichtag waren rund 95,75 % des Fondsvermögens in kurzlaufenden europäischen Staatsanleihen investiert. Diese defensive Positionierung reduzierte zwar Zins- und Liquiditätsrisiken, begrenzte jedoch gleichzeitig die Ertragschancen erheblich. Das Rohstoffexposure wurde überwiegend über Derivate abgebildet, wobei das Netto-Exposure vergleichsweise moderat ausfiel (z. B. ca. +25 % Energie, geringe Gewichtung bei Industrie- und Edelmetallen).

Aus Anlegersicht entsteht der Eindruck, dass die tatsächliche Umsetzung der Rohstoffstrategie nicht ausreichte, um von starken Trends – etwa im Goldmarkt – zu profitieren.

4. Kapitalabflüsse als Vertrauenssignal

Besonders kritisch zu bewerten sind die massiven Mittelabflüsse. Das Fondsvermögen schrumpfte innerhalb eines Jahres von rund 13,7 Mio. EUR auf nur noch ca. 0,5 Mio. EUR. Diese Entwicklung deutet auf einen erheblichen Vertrauensverlust seitens der Anleger hin und schwächt zugleich die wirtschaftliche Basis des Fonds.

5. Kostenbelastung und Fondsauflösung

Die Gesamtkostenquote der Anteilklasse A lag bei 1,29 %, bei Anteilklasse B sogar bei 3,84 %. Angesichts der negativen Performance verstärken diese Kosten die Enttäuschung aus Investorensicht. Zusätzlich ist die Auflösung des Fonds zum 31.12.2025 angekündigt, was die Attraktivität für bestehende Anleger weiter mindert und zukünftige Perspektiven obsolet macht.

Fazit für Anleger

Aus Anlegersicht fällt die Bilanz des Geschäftsjahres klar negativ aus. Der Fonds konnte weder vom günstigen Marktumfeld noch von starken Einzelentwicklungen im Rohstoffsektor profitieren. Der Absolute-Return-Anspruch wurde verfehlt, das Rendite-Risiko-Verhältnis überzeugt nicht, und massive Mittelabflüsse sowie die bevorstehende Fondsauflösung sprechen für ein strukturelles Scheitern des Produkts. Für Investoren bestätigt der Jahresbericht damit rückblickend eher eine Ausstiegs- als eine Halte- oder Einstiegsentscheidung.

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