Eine hochdramatische Lage hat die Feuerwehr in der Weihnachtsnacht in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg vorgefunden. In einem Mehrfamilienhaus war im Treppenhaus ein Feuer ausgebrochen – ausgerechnet an dem Fluchtweg, der den Bewohnern normalerweise die sichere Rettung ermöglicht.
Nach Angaben der Polizei Niedersachsen geriet ein Stromverteilerkasten in Brand. Den Hausbewohnern gelang es zwar, das Feuer noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte selbst zu löschen, doch der Rauch hatte sich bereits massiv im Gebäude ausgebreitet. Mehrere Wohnungen und das gesamte Treppenhaus waren stark verraucht.
Unklare Lage – Kinder und Haustiere im Haus
Als die Feuerwehr eintraf, war zunächst unklar, wie viele Menschen sich noch im Gebäude befanden. Bekannt war jedoch, dass sich auch Kinder und Hunde in den Wohnungen aufhielten. Diese Ungewissheit machte den Einsatz besonders anspruchsvoll.
An der Rückseite des historischen Gebäudes spielten sich laut Feuerwehr „dramatische Szenen“ ab: Mehrere Bewohner standen an Fenstern und auf Balkonen, riefen um Hilfe oder kletterten aus Angst vor dem Rauch auf Vordächer. Zeitgleich drangen Atemschutztrupps ins Gebäude vor, während andere Einsatzkräfte mit Leitern Menschen aus oberen Etagen in Sicherheit brachten.
13 Menschen gerettet – vier Kinder unter den Betroffenen
Insgesamt konnten 13 Menschen aus dem Haus gerettet werden, darunter vier Kinder. Auch zwei Hunde wurden unversehrt in Sicherheit gebracht. Zusätzlich setzte die Feuerwehr Hochleistungsventilatoren ein, um das verrauchte Treppenhaus zu entrauchen und den Zugang zu den Wohnungen zu ermöglichen.
Vier Bewohner wurden vorsorglich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr betonte im Anschluss, dass Rauch häufig gefährlicher sei als offene Flammen und verrauchte Bereiche niemals ohne Schutz betreten werden sollten.
Gebäude vorerst unbewohnbar
Der entstandene Sachschaden wird von den Ermittlern auf rund 100.000 Euro geschätzt. Das Gebäude, ein ehemaliges Bahnhofsgebäude, ist derzeit nicht bewohnbar. Der Strom wurde vorsorglich abgeschaltet. Für die betroffenen Bewohner wurden Notunterkünfte organisiert.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen. Der Einsatz zeigt erneut, wie schnell ein vergleichsweise kleiner Brand – etwa an einem elektrischen Verteiler – lebensbedrohliche Folgen haben kann. Nur durch das schnelle und koordinierte Eingreifen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.