Ein ungewöhnlicher Fall tierischer Kriminalität beschäftigt derzeit die Behörden im US-Bundesstaat Virginia – und sorgt international für Schlagzeilen. Der Waschbär, der Anfang Dezember weltweit bekannt wurde, weil er in einen Alkoholshop eingebrochen war und sich dort sprichwörtlich bewusstlos trank, steht nun unter dem Verdacht, bereits zuvor mehrere Einbrüche begangen zu haben.
Wie die BBC berichtet, gehen Tierschutzbeamte des Bezirks Hanover davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen Wiederholungstäter handeln könnte. Demnach soll derselbe Waschbär bereits in ein Karatestudio sowie in eine Kfz-Zulassungsstelle eingedrungen sein. Anders als beim spektakulären Alkohol-Exzess habe er es dort allerdings auf die Snacks der Mitarbeitenden abgesehen. Zwar könne nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass ein anderer Waschbär für diese Vorfälle verantwortlich sei, doch das Tier gelte laut Behörden als „Hauptverdächtiger“.
Vom Einbruch zur Internet-Legende
Internationale Bekanntheit erlangte der Waschbär durch einen auf Video festgehaltenen Einbruch in einen Alkoholshop kurz nach Thanksgiving. Die Aufnahmen zeigen, wie das Tier mehrere Spirituosenflaschen inspiziert und offenbar auch konsumiert, bevor es sich schließlich in den Waschraum des Geschäfts zurückzieht und dort in Ohnmacht fällt. In den sozialen Netzwerken erhielt der Waschbär schnell den Spitznamen „trashed panda“.
Laut Samantha Martin, der zuständigen Tierschutzbeauftragten, war der Waschbär vermutlich durch eine Deckenplatte in das Geschäft gefallen. Anschließend habe er sich „in einen regelrechten Wutanfall gesteigert und alles ausgetrunken, was er finden konnte“, sagte Martin gegenüber der BBC.
Ausnüchtern im Tierheim – dann zurück in die Freiheit
Nach dem Vorfall wurde das Tier in das Tierheim von Hanover County gebracht. Die Einrichtung veröffentlichte Fotos des ungewöhnlichen Einsatzes in den sozialen Netzwerken, die sich rasend schnell verbreiteten. Der Waschbär wurde mehrere Stunden beobachtet und medizinisch untersucht, nachdem er wieder zu sich gekommen war. Da keine Verletzungen festgestellt wurden, entschieden die Behörden, ihn zurück in die Wildnis zu entlassen.
Doch die Geschichte könnte noch nicht zu Ende sein. Samantha Martin äußerte gegenüber der BBC die Vermutung, dass es „nur eine Frage der Zeit“ sei, bis der „maskierte Bandit“ erneut zuschlage. Waschbären gelten als äußerst intelligent, neugierig und geschickt – Eigenschaften, die in diesem Fall offenbar zu einer ganz besonderen Karriere geführt haben.
Ob der mutmaßliche Serien-Einbrecher erneut auffällig wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Kaum ein Waschbär hat es je zu solcher Berühmtheit gebracht – und das mit einer Mischung aus Einbruch, Alkoholrausch und tierischem Charme.