Das traditionell umsatzstarke Weihnachtsgeschäft bleibt in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurück. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigen sich rund zwei Drittel der Einzelhändler mit der bisherigen Entwicklung unzufrieden. Die Kauflaune der Verbraucher sei verhalten, und die Umsatztrends ließen vielerorts noch auf einen späten Endspurt hoffen.
Lediglich einige Branchen melden positive Signale. Insbesondere Spielwaren und Unterhaltungselektronik profitieren von der hohen Nachfrage rund um Geschenkideen. Für weite Teile des Handels gilt jedoch, dass die Kundschaft vorsichtig agiert. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth führt die Zurückhaltung unter anderem auf die aktuelle Weltlage zurück: politische Unsicherheiten, wirtschaftliche Belastungen und die anhaltende Inflation dämpften die Stimmung und ließen viele Haushalte genauer abwägen, wofür sie ihr Geld ausgeben.
Hinzu kommt die zunehmend starke Konkurrenz aus dem Internet. Fernöstliche Handelsplattformen setzen den stationären Handel spürbar unter Druck. Nach Verbandsangaben verschicken Anbieter wie Temu und Shein inzwischen täglich rund 400.000 Pakete nach Deutschland – eine Zahl, die verdeutlicht, wie stark sich Kaufverhalten und Marktanteile verlagern. Für viele Händler stellt sich damit die Frage, wie sie angesichts sinkender Frequenzen und aggressiver Onlinepreise wettbewerbsfähig bleiben können.
Ob das Weihnachtsgeschäft in den verbleibenden Wochen noch an Fahrt gewinnt, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass die Branche vor erheblichen Herausforderungen steht und Maßnahmen zur Stärkung des stationären Handels dringlicher denn je erscheinen.