In Brasilien bahnt sich für die Präsidentschaftswahl 2026 ein politischer Paukenschlag an: Ex-Präsident Jair Bolsonaro will seinen ältesten Sohn, den Senator Flavio Bolsonaro, als Kandidaten ins Rennen schicken. Das teilte Flavio gestern auf der Plattform X mit. Sein Vater habe ihn „ausgewählt, unser Projekt für die Nation fortzuführen“, schrieb der Senator.
Auch Valdemar Costa Neto, Chef der rechtsgerichteten Liberalen Partei (PL), bestätigte die Entscheidung. Damit positioniert sich die Bolsonaro-Bewegung frühzeitig für einen möglichen Machtkampf gegen Amtsinhaber Lula da Silva.
Jair Bolsonaro selbst darf nicht antreten
Bolsonaro kann nicht selbst kandidieren: Das brasilianische Wahlgericht TSE hatte ihn bereits im Juni 2023 für acht Jahre von politischen Ämtern ausgeschlossen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Bolsonaro während der Wahl 2022 das Vertrauen in das Wahlsystem untergraben und demokratische Institutionen attackiert hatte.
Hinzu kommt seine aktuelle rechtliche Lage:
Bolsonaro verbüßt inzwischen eine rechtskräftige 27-jährige Haftstrafe wegen der Planung eines Putsches nach seiner Wahlniederlage 2022.
Unterstützung aus dem Gefängnis
Laut Berichten von CNN Brasil soll Bolsonaro bei einem Besuch im Gefängnis persönlich zugestimmt haben, Flavio als seinen politischen Nachfolger aufzubauen. Der Ex-Präsident war erst vor zwei Wochen vom Hausarrest in ein reguläres Gefängnis verlegt worden, nachdem ein Richter ihm Fluchtgefahr und Manipulation seiner elektronischen Fußfessel vorgeworfen hatte.
Flavio Bolsonaro: Die neue Führungsfigur der Rechten?
Flavio Bolsonaro, aktuell Senator für den Bundesstaat Rio de Janeiro, steht politisch bereits seit Jahren im Schatten seines Vaters, gilt jedoch als der strategisch vorsichtigere und rhetorisch gemäßigtere Vertreter des Bolsonaro-Clans.
Die Nominierung könnte darauf abzielen, sowohl die radikale Anhängerschaft des Vaters mobilisiert zu halten als auch moderate konservative Wählerinnen und Wähler anzusprechen.
Ein Wahlkampf mit internationaler Bedeutung
Der brasilianische Wahlkampf 2026 dürfte weltweit Beachtung finden:
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Lula, der seit 2023 wieder regiert, hat angekündigt, erneut zu kandidieren.
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Der Bolsonaro-Clan mobilisiert trotz Skandalen weiterhin Millionen Anhänger.
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Die politische Polarisierung in Brasilien ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Mit Flavio Bolsonaro an der Spitze könnte die Wahl 2026 zu einem der polarisierendsten Duelle in der jüngeren brasilianischen Geschichte werden.