Es war ein später Freitagabend, als eine Straßenbahnfahrt in Bremen für zwei junge Frauen zum Albtraum wurde. Gegen 23 Uhr stiegen die 18- und 19‑Jährige an der Haltestelle Haferkamp in eine Bahn der Linie 8 – ihr Ziel war der Hauptbahnhof. Was als alltägliche Fahrt begann, eskalierte, als sich das Paar zärtlich küsste.
Dieser Moment rief einen 25‑jährigen Mann auf den Plan, der laut Polizei die Frauen queerfeindlich beleidigte. Was zunächst verbale Aggression war, mündete innerhalb weniger Augenblicke in brutale Gewalt. Nach einem kurzen Wortgefecht schlug er den Frauen unvermittelt ins Gesicht, wie Polizeisprecherin Franka Haedke mitteilte. Die Attacke war so heftig, dass die 18‑Jährige bewusstlos zu Boden ging. Doch selbst das hielt den Täter nicht auf: Er trat dem am Boden liegenden Opfer in den Bauch.
Der Angriff ereignete sich nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt – einem Bereich, der aufgrund wiederkehrender Konflikte intensiv überwacht wird. Eine spezielle Taskforce, die den Bahnhof und sein Umfeld kontrolliert, bemerkte die Szene und stoppte die Straßenbahn. Die Beamten griffen ein, überwältigten den Verdächtigen und nahmen ihn mit zur Wache.
Der 25‑Jährige, ein rumänischer Staatsbürger, muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Da die Tat von homophoben Motiven geprägt war, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Er ist zuständig, wenn es um Hasskriminalität geht.
Während die Ermittlungen laufen, bleibt die Tat ein erschütterndes Beispiel dafür, wie öffentliche Räume für queere Menschen zur Gefahr werden können. Dass die Polizei den Täter so schnell stoppen konnte, verhinderte womöglich noch Schlimmeres – doch die brutalen Minuten in der Straßenbahn hinterlassen Spuren, die weit länger sichtbar sein werden als die polizeilichen Einsatzmeldungen.