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US-Politiker fordern Untersuchungen: Shein und Temu stehen wegen Designklau und Zwangsarbeitsvorwürfen unter Druck

Tumisu (CC0), Pixabay

Die umstrittenen Onlinehändler Shein und Temu geraten in den USA zunehmend ins Visier der Politik. Zwei hochrangige republikanische Politiker drängen auf umfassende Untersuchungen – wegen Vorwürfen des Designklaus, des Verkaufs von Fälschungen, unsicherer Materialien und sogar Zwangsarbeit.

Ermittlungen in Texas wegen Zwangsarbeit und unsicherer Materialien

Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton hat eine Untersuchung gegen Shein eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe, dass der Konzern:

  • auf Zwangsarbeit in der Lieferkette zurückgreife,

  • gesundheitsschädliche Stoffe in Produkten verwende,

  • und irreführendes Marketing betreibe.

Paxton verweist auf „zahlreiche alarmierende Berichte“, die zu den Ermittlungen geführt hätten.

Shein erklärte, man nehme die Vorwürfe ernst und werde mit den texanischen Behörden kooperieren. Konkreter äußerte sich das Unternehmen jedoch nicht.

Forderung nach nationaler Untersuchung wegen Designraub und Fälschungen

Parallel dazu drängt der US-Senator Tom Cotton, ein einflussreicher Republikaner aus Arkansas, auf eine bundesweite Untersuchung – nicht nur gegen Shein, sondern auch gegen den Rivalen Temu. Cotton wirft beiden Unternehmen systematischen Diebstahl geistigen Eigentums vor.

Konkret geht es um folgende Vorwürfe:

  • Shein soll Entwürfe kleiner US-Designer nahezu eins zu eins kopieren und diese nur wenige Tage nach deren Veröffentlichung zu Dumpingpreisen anbieten.

  • Temu soll „raffinierte und täuschend echte Fälschungen“ verkaufen und US-Marken gezielt imitieren.

  • Eine US-Untersuchung ergab laut Cotton, dass ein erheblicher Teil der getesteten Produkte auf beiden Plattformen wahrscheinlich Plagiate waren.

Cotton bezeichnete Shein und Temu als „kommunistisch-chinesische Plattformen“ und sieht in den jüngsten Änderungen bei den US-Zollregelungen eine Chance für schärfere Kontrollen.

Politischer Rückenwind durch neue Zollregeln

Der Hintergrund: Ex-Präsident Donald Trump ließ im August die jahrzehntelang geltende de-minimis-Regelung für zollfreie Kleinsendungen abschaffen. Damit unterliegen die typischen Kleinstlieferungen von Shein und Temu nun:

  • Zöllen,

  • strengen Zollkontrollen,

  • und zusätzlichen Dokumentationspflichten**.

Cotton sieht darin eine „goldene Gelegenheit“, gegen fragwürdige Praktiken der Plattformen vorzugehen.

Weltweite Kritik an Shein und Temu

Beide Konzerne stehen schon länger international in der Kritik – unter anderem wegen:

  • zweifelhafter Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben,

  • enormer Umweltbelastung durch Fast Fashion,

  • mangelnder Transparenz in der Lieferkette,

  • Vorwürfen, Künstler und Designer systematisch zu kopieren.

Shein betont offiziell, man habe hohe Standards und prüfe jeden Vorwurf. Temu reagierte bislang nicht auf die jüngsten Anfragen US-amerikanischer Medien.

Ein wachsender Konflikt zwischen Handel und Politik

Die neuen Forderungen einflussreicher Politiker könnten Shein und Temu erheblich unter Druck setzen. Neben möglichen Bußgeldern und Handelsbeschränkungen drohen Imageverluste – insbesondere in den USA, einem der wichtigsten Wachstumsmärkte beider Plattformen.

Weitere Entwicklungen hängen nun davon ab, ob das US-Justizministerium sowie das Department of Homeland Security die geforderten Untersuchungen offiziell einleiten.

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