Die Zahl der Krankmeldungen in Deutschland steigt seit Jahren spürbar an – und neue Auswertungen zeigen, wie deutlich dieser Trend inzwischen ausfällt. Eine Analyse der BR-Datenjournalisten für das ARD-Politikmagazin report München liefert nun konkrete Zahlen: Beschäftigte waren im vergangenen Jahr im Durchschnitt 22 Tage krankgeschrieben. Das sind vier Tage mehr als noch 2016 und ein neuer Höchstwert.
🔍 Fünf Millionen Versicherte ausgewertet
Für die Analyse wurden die anonymisierten Daten von rund fünf Millionen Versicherten der Betriebskrankenkassen (BKK) untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede – und geben Hinweise darauf, welche Krankheiten besonders zu Buche schlagen.
🗺️ Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Die Auswertung zeigt ein klares Süd-Nord-Gefälle:
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Baden-Württemberg: bundesweit am seltensten krank – im Schnitt 18,5 Krankheitstage
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Bayern: folgt dicht dahinter – etwa 19,5 Tage
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Saarland & Sachsen-Anhalt: Schlusslichter mit jeweils 28 Tagen Fehlzeit pro Beschäftigtem
Damit fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Saarland und in Sachsen-Anhalt fast zehn Tage mehr im Jahr als in Baden-Württemberg.
🧠 Was sind die Hauptursachen?
Der allgemeine Anstieg lässt sich laut Analyse auf mehrere Entwicklungen zurückführen:
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Psychische Erkrankungen – darunter Depressionen, Angststörungen und Belastungssyndrome – steigen seit Jahren deutlich an.
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Atemwegserkrankungen wie Grippe, Corona oder RSV führten zuletzt zu besonders vielen und oft längeren Ausfällen.
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Die Einführung der elektronischen Krankmeldung (eAU) führt zu genaueren und vollständigen Erfassungen – was statistisch ebenfalls zu einem Plus beiträgt.
🏢 Ein Trend mit Folgen
Längere und häufigere Krankheitsphasen sind nicht nur für die Betroffenen belastend, sondern auch für Arbeitgeber und das Gesundheitssystem. Unternehmen berichten zunehmend von:
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Personalausfällen, die kaum kompensiert werden können
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steigender Belastung für die verbleibenden Mitarbeiter
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höheren Kosten für Ersatzpersonal oder Produktionsausfälle
Gesundheitsexperten warnen seit längerem, dass insbesondere psychische Erkrankungen zu einer der größten Herausforderungen für die Arbeitswelt werden könnten.