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Krankmeldungen auf Rekordniveau: Deutsche fehlen immer häufiger und länger im Job

15675001 (CC0), Pixabay

Die Zahl der Krankmeldungen in Deutschland steigt seit Jahren spürbar an – und neue Auswertungen zeigen, wie deutlich dieser Trend inzwischen ausfällt. Eine Analyse der BR-Datenjournalisten für das ARD-Politikmagazin report München liefert nun konkrete Zahlen: Beschäftigte waren im vergangenen Jahr im Durchschnitt 22 Tage krankgeschrieben. Das sind vier Tage mehr als noch 2016 und ein neuer Höchstwert.

🔍 Fünf Millionen Versicherte ausgewertet

Für die Analyse wurden die anonymisierten Daten von rund fünf Millionen Versicherten der Betriebskrankenkassen (BKK) untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede – und geben Hinweise darauf, welche Krankheiten besonders zu Buche schlagen.

🗺️ Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Auswertung zeigt ein klares Süd-Nord-Gefälle:

  • Baden-Württemberg: bundesweit am seltensten krank – im Schnitt 18,5 Krankheitstage

  • Bayern: folgt dicht dahinter – etwa 19,5 Tage

  • Saarland & Sachsen-Anhalt: Schlusslichter mit jeweils 28 Tagen Fehlzeit pro Beschäftigtem

Damit fehlen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Saarland und in Sachsen-Anhalt fast zehn Tage mehr im Jahr als in Baden-Württemberg.

🧠 Was sind die Hauptursachen?

Der allgemeine Anstieg lässt sich laut Analyse auf mehrere Entwicklungen zurückführen:

  • Psychische Erkrankungen – darunter Depressionen, Angststörungen und Belastungssyndrome – steigen seit Jahren deutlich an.

  • Atemwegserkrankungen wie Grippe, Corona oder RSV führten zuletzt zu besonders vielen und oft längeren Ausfällen.

  • Die Einführung der elektronischen Krankmeldung (eAU) führt zu genaueren und vollständigen Erfassungen – was statistisch ebenfalls zu einem Plus beiträgt.

🏢 Ein Trend mit Folgen

Längere und häufigere Krankheitsphasen sind nicht nur für die Betroffenen belastend, sondern auch für Arbeitgeber und das Gesundheitssystem. Unternehmen berichten zunehmend von:

  • Personalausfällen, die kaum kompensiert werden können

  • steigender Belastung für die verbleibenden Mitarbeiter

  • höheren Kosten für Ersatzpersonal oder Produktionsausfälle

Gesundheitsexperten warnen seit längerem, dass insbesondere psychische Erkrankungen zu einer der größten Herausforderungen für die Arbeitswelt werden könnten.

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