Ein spektakulärer Kriminalfall erschüttert die Stadt Kempten: Ein städtischer Mitarbeiter und seine Ehefrau sollen über Jahre hinweg Münzgeld in Millionenhöhe aus Parkscheinautomaten entwendet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Diebstahls in 720 Fällen sowie Beihilfe – und die Summe des mutmaßlichen Schadens sprengt alle Erwartungen.
🔍 Der Verdacht: systematischer Diebstahl über Jahre
Der 40-jährige Angestellte des städtischen Betriebshofs war für die Leerung der Parkscheinautomaten zuständig. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll er diese Position genutzt haben, um immer wieder Münzgeld abzugreifen.
Dabei soll er:
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Münzgeld aus Automaten entnommen haben
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Die Beträge über viele kleine Transaktionen auf Bankkonten eingezahlt haben
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Diese Konten gemeinsam mit seiner 38-jährigen Ehefrau genutzt haben
Der finanzielle Schaden für die Stadtverwaltung: deutlich über eine Million Euro.
🕵️♂️ Wie der millionenschwere Diebstahl aufflog
Ganz allein ein Hinweis aus dem Bankensystem brachte die Ermittlungen ins Rollen:
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Ein Kreditinstitut meldete im Oktober einen Verdacht auf Geldwäsche.
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Grund: ungewöhnlich hohe oder häufige Geldeinzahlungen – ein typischer Auslöser für sogenannte SAR-Meldungen („Suspicious Activity Reports“).
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Die FIU und die Kriminalpolizei Kempten übernahmen daraufhin die Ermittlungen.
Am Montag wurden beide Verdächtigen einem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in Untersuchungshaft genommen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
⚖️ Vorwurf: Diebstahl und Beihilfe in 720 Fällen
Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann und seiner Ehefrau eine eindrucksvolle Anzahl an Einzeldelikten zur Last:
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720 mutmaßliche Diebstähle
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Die Ehefrau soll Beihilfe geleistet haben, indem sie Zugriff auf die verwendeten Konten hatte
Die Summe der Tatvorwürfe lässt vermuten, dass der Diebstahl über einen sehr langen Zeitraum hinweg erfolgte – offenbar unbemerkt von der Verwaltung.
🏛 Kemptens Oberbürgermeister ist „fassungslos“
In einer schriftlichen Stellungnahme zeigt sich Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) schockiert:
„Fassungslos und bestürzt über die vorgeworfenen Sachverhalte.“
Er kündigte sofortige Konsequenzen an:
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Eine interne Kommission wurde eingesetzt
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Arbeitsabläufe sollen überprüft werden
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Organisatorische Schwachstellen sollen identifiziert und künftig ausgeschlossen werden
Der Fall wirft massive Fragen nach Kontrollmechanismen und internen Abläufen auf.
🏦 Warum Banken solche Fälle melden müssen
Kreditinstitute sind gesetzlich verpflichtet, bei ungewöhnlichen Geldbewegungen Alarm zu schlagen. Verdachtsmeldungen erfolgen etwa bei:
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häufigen Bareinzahlungen
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ungewöhnlichen Summen
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Transaktionen, die nicht zum üblichen Verhalten des Kunden passen
Diese gesetzliche Pflicht wurde in diesem Fall zum Schlüssel – und deckte möglicherweise jahrelange Unterschlagungen auf.
🔎 Fazit: Ein ungewöhnlicher Fall mit hohem Schaden
Ein Mitarbeiter, der der Stadt vertraut war, ein über Jahre nicht bemerkter Geldabfluss, und ein Millionen-Schaden – dieser Fall aus Kempten könnte weit über die Region hinaus als Beispiel dafür dienen, wie wichtig klare Kontrollen und Meldepflichten sind.