Die italienische Justiz hat ihre Ermittlungen gegen Verantwortliche von Amazon Italien ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft in Mailand prüft den schweren Vorwurf des organisierten Schmuggels, nachdem bei Importen aus China mutmaßlich Mehrwertsteuer und Zollabgaben bewusst nicht gezahlt wurden. Der Fall könnte zum bislang bedeutendsten Steuer- und Zollverfahren gegen den Onlinehandelsriesen im Land werden.
🔍 Der Verdacht: Systematische Umgehung von Abgaben
Laut Justizkreisen sollen bestimmte Handelswege genutzt worden sein, bei denen Waren aus China unter falschen Angaben oder zu niedrig deklarierten Werten eingeführt wurden. Damit wären:
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Mehrwertsteuerzahlungen,
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Zollgebühren
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sowie weitere Importabgaben
gezielt umgangen worden – ein systematisches Vorgehen, das über einen längeren Zeitraum erfolgt sein könnte.
Die Ermittler wollen klären, ob es sich um Einzelfälle, organisierte Netzwerke von Drittanbietern oder möglicherweise um unternehmensinterne Verantwortlichkeiten handelt.
🚓 Großrazzia: Durchsuchung der Mailänder Amazon-Zentrale
Gestern rückte die Guardia di Finanza Monza, die italienische Steuer- und Finanzpolizei, zu einer großangelegten Durchsuchungsaktion an. Ziel war die Mailänder Zentrale von Amazon, in der Ermittler:
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interne Dokumente,
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elektronische Datensätze,
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Importunterlagen,
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und Korrespondenz
beschlagnahmten. Diese sollen Aufschluss darüber geben, wie Importe abgewickelt wurden und wer an möglichen Falschangaben beteiligt war.
📦 Zehntausende Produkte im Fokus – 5.000 weitere beschlagnahmt
Parallel dazu beschlagnahmten Beamte rund 5.000 Produkte in einer Logistikeinrichtung in Cividate al Piano (Provinz Bergamo). Die Waren sollen aus chinesischen Lieferungen stammen, bei denen erhebliche Unregelmäßigkeiten vermutet werden.
Bereits zuvor hatten Ermittler Hunderttausende Produkte identifiziert, die im Rahmen der Untersuchungen wegen verdächtiger Einfuhrpraktiken sichergestellt wurden. Dabei handelt es sich häufig um:
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Elektronikartikel,
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Haushaltswaren,
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Mode- und Zubehörprodukte,
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sowie geringwertige Massenartikel aus Fernost.
⚖️ Mögliche Konsequenzen für Amazon
Der Fall könnte Amazon in Italien erheblich unter Druck setzen. Denkbare Folgen sind:
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Millionenhohe Steuernachzahlungen und Zollforderungen,
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Strafverfahren gegen individuelle Verantwortliche,
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eine Prüfung der gesamten Import- und Lieferkette des Konzerns,
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sowie strengere Kontrollen von Drittanbietern, die die Plattform nutzen.
Italien gilt ohnehin als eines der Länder, die besonders entschlossen gegen Steuertricks im internationalen Onlinehandel vorgehen. Der Fall Amazon könnte nun als Signal an andere Großkonzerne dienen.
🔎 Noch kein offizielles Statement
Amazon selbst hat sich bislang nicht ausführlich zu den laufenden Ermittlungen geäußert. Branchenbeobachter erwarten jedoch, dass das Unternehmen eine kooperative Haltung einnehmen wird, um mögliche Reputationsschäden zu minimieren.